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als möglich zu machen, denn Sie ſagten ja ſelbſt: Sobald ein Mann ſich vernachläßigt, liefert er dadurch Beweis, daß er ſeine Frau nicht mehr wahrhaft iebt —“
Es läßt ſich Alles übertreiben, ſagte ich zu Herrn Secherin, ihn unterbrechend, denn Gontran konnte jeden Augenblick zurückkehren, und es wäre eine tiefe Demü⸗ thigung für mich geweſen, wenn Urſula errathen hätte, wie geringſchätzig mein Gatte mich ſeit einiger Zeit behandelte. Ich fuhr daher fort:
Es gibt eine gewiſſe Freiheit, die ſich vollkommen mit einem einſamen Aufenthalt auf dem Lande ver⸗ trägt; eine geſuchte Toilette wird dann unpaſſend und geſchmacklos.
„Ei, Mathilde, Mathilde,“ ſagte Urſula lächelnd, „betrachte Dich doch einmal. Welche Eleganz! nie habe ich Dich mit mehr Koketterie gekleidet geſehen.“
Ich wußte nicht, was ich erwidern ſollte. Da ich Nichts vernachläßigen wollte, was die Liebe Gontran's neu beleben konnte, hatte ich jetzt in Maran, wie ehe⸗ dem in dem Häuschen bei Chantilly, nur einen Zweck, den, Gontran trotz ſeiner Geringſchätzung ſo ſehr, wo möglich, zu gefallen.
In dieſem Augenblick hörte ich eine Thüre aufge⸗ hen. Ich erkannte den Gang Gontran's. Ich erröthete vor Scham. Aber wie groß war mein Staunen!
Er war mit der ausgeſuchteſten Eleganz gekleidet.
Ich war ſo ſehr daran gewöhnt, ihn in ſeiner Futigen Kleidung zu ſehen, daß ich ihn kaum er⸗ annte. 3
Ich beobachtete Urſula genau, als mein Mann eintrat. Sie erröthete nicht. Gontran gab ſich außerordentlich artig und herz⸗ lich. Seine Züge, welche ſich zwei Monate lang für mich kaum entfurcht hatten, nahmen den entzückenden Ausdruck wieder an, welcher ihnen, wenn er wollte, einen ſo unwiderſtehlichen Verführungszauber verlieh. Urſula und ihr Mann verließen uns vor dem Eſ⸗


