Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
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Du ſo gut ſein, meine Kammerfrau rufen zu laſſen, damit man uns nach unſern Zimmern führe?

Ach ja, und mache Dich recht ſchön, ſagte Herr Secherin.Denken Sie ſich, Couſine, ſie hat ſo viele Kiſten und Schachteln bei ſich, daß ich in Tours einen Gepäckwagen nehmen mußte, um Alles fortzuſchaffen, Cöleſtine mit inbegriffen, Mamſell Cöleſtine wollte ich ſagen, eine Zofe, wie es keine mehr gibt, die meine Frau aus Paris kommen ließ. Man muß zugeben, daß ſ mit der vollkommenſten Vollkommenheit das Haar

riſirt. * Dieſe Vorbereitungen Urſula's, Behufs ihrer Ko⸗ ketterie, verſtärkten meinen Argwohn noch, und ich konnte nicht umhin, ihr zu ſagen:

Mein Gott, weßhalb haſt Du denn ſolche Anord⸗ nungen getroffen? Um einige Zeit bei uns zuzubrin⸗ gen, die wir keinen Menſchen ſehen? Man ſollte in der That glauben, Du hätteſt große Eroberungspläne. Ich weiß nicht, wen Du hier verführen willſt. Das wird ſehr beunruhigend.

Urſula antwortete mir nicht, allein ſie wies mit einer Kopfbewegung voll reizender Koketterie auf Herrn Secherin, und ſagte mit wundervoll erheuchelter Auf⸗ richtigkeit:

Mein Gott, meinen Mann wrill ich verführen, das iſt Alles.

Herr Secherin konnte dieſen Worten nicht wider⸗ ſtehen. Er ergriff die Hand ſeiner Frau, küßte ſie wiederholt ſehr zärtlich und rief aus:

Wie prächtig und natürlich ſie iſt! He, Couſine, iſt ſie es nicht? Aber ſie hat Recht. Sie vergeſſen wohl, wie Sie mir einſt ſagten: Lieber Vetter, eine Frau muß ſich vornehmlich für Ihren Mann ſchmücken und umgekehrt muß ſich ein Mann für ſeine Frau pu⸗ tzen. Ja, ja, Couſine, wir vergeſſen Ihre Rathſchläge nicht, da können Sie ganz ruhig ſein. Ich will deß⸗

halb auch Urſula's Beiſpiel befolgen und Sie um die

Erlaubniß bitten, mich für mein Weibchen ſo ſchön,