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„Unſerer Couſine gegenüber?“ rief Herr Secherin, ſetne Frau unterbrechend, aus; „iſt denn das mög⸗ lich? Iſt ſie nicht Ihre Schweſter, Ihre vertrauteſte Freundin?“
Und ſich zu meinem Ohr niederbeugend, ſagte Herr Secherin ganz leiſe:
„Sie bemerken, Couſine, daß ich meine Frau Sie nenne und nicht mehr Du zu ihr ſage.“ .
Dann fuhr er wieder laut fort:
„Zudem bin ich ja überzeugt, daß das, was Sie unſerer Coufine vorſchlagen wollen, ihr ein wahres Vergnügen machen wird, da es für uns eines iſt. MWit einem Wort, Frau Vicomteſſe, Sie haben uns bei Ihrer Verheiratung den Antrag gemacht, uns in Jh⸗ rem Hotel eine Wohnung abzutreten, — wir nehmen dieſen Antrag an.“ 2
Ich ſah Urſula ebenſo überraſcht, als unwillig an. Sie ſchien mich nicht zu verſtehen und lächelte mir freundlich zu, während Herr Secherin fortfuhr:
„Erinnern Sie ſich noch an das, was Sie uns damals ſagten, Couſine? Kommen Sie nach Paris und wollen nur eine Familie bilden, den Winter in Paris, den Sommer in Maran oder Rouvray zu⸗ bringen. Nun gut, dieſe ſchönen Pläne, welche Ihnen damals ſo wohl gefielen und uns ebenfalls, ſie wer⸗ den jetzt zur Ausführung kommen. Wir werden Sie nicht mehr verlaſſen. Alljährlich beſuche ich meine Mutter und laſſe inzwiſchen Urſula bei Ihnen. Ich habe mir in meiner Fabrik ein Abſteigequartier ein⸗ gerichtet. Jetzt bitten wir um Gaſtfreundſchaft, bis wir alle zufammen nach Paris gehen. Um, meine Zeit und mein Geld nicht müſſig zu laſſen, werde ich bei dem Banguiergeſchäft eines meiner Freunde mich be⸗ theiligen, einem ſehr ſichern Hauſe, da es durch die Julirevolutivn nicht wankend gemacht wurde. Das wird mir während meines Aufenthalts in Paris Be⸗ ſchäftigung darbieten. Nur für einige Zeit werde ich Sie verlaſſen, um einekleine Reiſe zu machen. Man


