nen. Ich vermag Herrn von Lanerh nicht abzuhalten, ſich durch deine Koketterie verführen zu laſſen, allein ich werde nicht dulden, daß Du mir in meinem eige⸗ nen Hauſe Trotz bieteſt. Du beherrſcheſt Herrn Se⸗ cherin ganz und gar und es wird dir daher nicht ſchwer ſein, ihn binnen fünf oder ſechs Tagen wieder zur Ab⸗ reiſe zu beſtimmen, indem du eine Erkaltung unſerer Freundſchaft zum Vorwand nimmſt, G ich dir na⸗ türlich Veranlaſſung geben werde. Gehſt du hierauf nicht ein, ſo wende ich mich morgen an deinen Mann und ſage ihm offen, daß ich mit oder ohne Grund auf dich eiferſüchtig ſei und ihn deshalb bitte, dich mit ſich fortzunehmen. — Sprechen Sie ſo zu ihr, Ma⸗ thilde, und ich ſchwör' es Ihnen, daß ſie nicht an⸗ ſtehen wird, ſich zu entfernen, denn ſie wird mit Recht beſorgen, daß ſie, wenn der Argwohn ihres Mannes ein⸗ mal geweckt iſt, jenes blinde Zutrauen einbüßen möchte, . ihre ganze Macht bildet und worin die ganze Keckheit und die ganze Zukunft Ihrer Coufine beſteht.“
Ich hatte der Herzogin ſehr aufmerkſam zugehört. Ihre Worte ſchienen mir richtig und wahr zu ſein. Tauſend vergeſſene Umſtände fielen mir ein und ſagten mir, daß die Herzogin über Urſula's Charakter eine vollkommen richtige Anſicht habe. Nun bekannte ich ihr, daß ich die ſchamloſe Zuverſicht meiner Couſine fürchte, von welcher ſie mir ſo viele Beweiſe gegeben.
„Gerade deßhalb, Mathilde, fordere ich Sie auf, ſich nie in einen Streit mit ihr einzulaſſen. Gehen Sie nicht davon ab, zu ſagen: Du verläſſeſt mich oder aber ich entlarve Dich vor Deinem Manne! Richt mehr und nicht weniger.“
Ach, gnädige Frau, das iſt ſehr grauſam. „Keine Schwäche, Mathilde, ſonſt iſt Alles ver⸗ oren.
Ach, wenn Gontran mich nicht mehr liebt, wird er 4 dann Andern nicht ebenſo leicht opfern, wie Urſula?
„Armes Kind, man muß im Leben ſtets damit beginnen, ſich die Ruhe i das Glück zu ſichern,


