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Sie meinen Rath befolgen, wird Urſula blos einige Tage bei Ihnen bleiben und dieſe Zeit über ſelbſt die geringſten Zuvorkommenheiten Ihres Mannes zurück⸗ weiſen.“
Was ſagen Sie, gnädige Frau?
„Hören Sie mich an, Mathilde. Ihrer Couſine, dieſer ſchwermüthigen, romanhaften Frau, liegt vor allen Dingen der Einfluß am Herzen, den ſie über ihren Mann ausübt. Um ſich dieſen Einfluß zu ſichern, wird ihr Nichts zu ſchwer. Sie ſchmeichelt ſeiner Ge⸗ meinheit, theilt dieſelbe, ſteigert ſie, und es iſt dies ganz natürlich. Urſula iſt ehrſüchtig, habſüchtig und arm, ſie reibt ihren Mann durch Arbeit auf, um bald im Stande zu ſein, in Paris ein glänzendes Leben zu führen. Wenn Herr Secherin morgigen Tages erfährt, daß er von Urſula betrogen wird, ſo wird er ſie auch morgigen Tages ſchon verſtoßen, und Urſula wird dann wieder arm, ohne eine andere Hilfsquelle, als ihre Ausſteuer. Sie hat geheiratet, um reich zu ſein, und wird daher der Erhaltung des Reichthums viel, wo nicht Alles opfern.“
Ach, ihr Mann liebt ſie ſo ſehr, er iſt ſo gut und ſo ſchwach! . .
„Dem zufolge, was Sie mir von ihm erzählt, iſt er eben ſo muthig, als redlich und treu. Solche Cha⸗ raktere unterhandeln nie mit der Ehre, laſſen ſich nie⸗ mals Feigheit zu Schulden kommen. Er betet ſeine Frau un, in dem Augenblick aber, wo er überzeugt iſt, daß er durch ſie entehrt wird, wird er ſie ver⸗ ſtoßen. Es macht ihn dies vielleicht unendlich un⸗ glücklich, aber nie wird er ſie wiederſehen.“
Sie rathen mir alſo, Urſula anzuklagen?
„Ich rathe Ihnen, liebes Kind, Ihre Coufine hier zu erwarten und ihr alſogleich am Tage ihrer Ankunft ruhig und feſt zu ſagen: Deine Reiſe nach Maran war mit meinem Mann verabredet; ich laſſe mich nicht betrügen und erkläre dir, daß ich zu Allem entſchloſſen bin, um Dich wieder von hier zu entfer⸗
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