Ueberdies weiß ich nicht, welch' geheimnißvolle Stimme mir zuflüſterte, daß früher oder ſpäter Gontran mir nicht entrinnen könne. Voriges Jahr war ich in Lon⸗ don, er kam mit den letzten Ueberbleibſeln ſeines Ver⸗ mögens auch hin; er wollte ſich mit einem gewiſſen erkünſtelten Glanz umgeben, um irgend eine reiche Erbin zu angeln und zu hetraten. .. . Ich ging rundweg zu ihm, fing an über den ſaubern Streich zu lachen, den er mir beim Wegfiſchen des jungen Mädchens geſpielt habe; er lachte auch dazu, war entzückt, zu ſehen, daß ich die Sache ſo gutmüthig aufnahm und wir wur⸗ den wieder vertraut wie zuvor. .. Seine Heirat kam nicht zu Stande; ich hatte das Gerücht ſeines Ruins und ſeiner intereſſirten Abſichten ausgeſtreut, indem ich hinzufügte, daß er ſich zum Voraus über die Erbin fuſtig mache, welche er in ſeinem ehelichen Netze zu langen glaube. Der ariſtokratiſche Stolz der jungen Miſſes der drei Königreiche empörte ſich gegen die ge⸗ heimen Abſichten des unverſchämten Franzoſen, den ich entſchleiert hatte.
„Kurz, trotz ſeines ſchönen Namens, ſeines Ver⸗ ſtandes, ſeines hubſchen Geſichtes, trotz aller dieſer Vor⸗ theile, die ich verabſcheute, gelang es dieſem lieben Lanery nicht einmal, irgend eine dunkle Erbin der Cith heiraten zu können ... doch ich ſehe, der Schlaf ge⸗ winnt immermehr die Oberhand über Sie,“ fügte Herr Lugarto hinzu, „rreicht jedoch Ihre Verſtandeskraft noch nicht; bis hieher iſt es eine ganz phyſiſche Er⸗ ſchlaffung. Ich fahre fort, denn ich ſehe an dem Aus⸗ druck Ihres Geſichtes, daß Sie mich ganz wohl ver⸗ ſtehen. Lanerg hatte alſo bei dieſer Jagd auf die Er⸗ binnen ſeine letzten Hülfsquellen erſchöpft. ... Da ſein Oheim, der Herzog von Verſac, ihm keinen Heller mehr geben wollte, ſo wußte er keinen Ausweg mehr — da trat der Verſucher zu ihm. Zum erſtenmal entlehnte
er Geld von mir; von dieſem Tage an war er mir verfallen. Ich lieh ihm ſo bereitwillig tauſend Louisdor,
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