Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
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verſetzte er,ich hab' ihn ſchon mehrmals angewandt. Gut, jetzt ſitzen Sie, bald werden Sie unfähig ſein, nur die geringſte Bewegung zu machen .. doch eine Zeitlang können Sie mich noch anhören.. . So hö⸗ ren Sie denn, das wird Sie zerſtreuen.

Ich horchte in der That, aber ſchon kraftlos.

Ich glaubte der Spielball eines fürchterlichen Trau⸗ mes zu ſein: meine Augen waren ſtarr. Dieſer Mann mir damals mit beinahe übernatürlicher Macht

egabt. Er ſchwieg einen Augenblick und ſuchte nach meh⸗ reren Papieren.

Der Wind verdoppelte ſein Geheul und toſte durch das Kamin herab. Nach und nach fühlte ich meine Fähigkeiten in wachſender Schlafſucht untergehen; zwei⸗ mal wollte ich aufſtehen und nach Hülfe rufen,/doch

Kraft und Stimme mangelte mir.

Ich ſage Ihnen, daß dies unnütz iſt, verſetzte Herr Lugarto achſelzuckend;doch hören Sie mich. Sie ſollen Ihren vielgeliebten Gontran kennen lernen und den Grund meiner Abneigung gegen ihn erfahren. . .. Vor zwei Jahren entdeckte ich in Paris, in der dürf⸗ tigſten Lage eine Perle von Anmuth, einen Schatz von Schönheit, ein edles Herz, einen entzückenden Geiſt, mit einem Wort, ein junges, anbetungswürdiges Mäd⸗ chen; ich ließ ſie meinen Stand nicht ahnen. Das junge Mädchen liebte mich, aber ſie wollte in Nichts von ihren Pflichten abweichen.. Durch Widerſtand gereizt, wurde ich ſo wahnſinnig verliebt in ſie, ich fand ſie ſo ſchön, ſo gut, ſo ungekünſtelt, daß ich die Thorheit begangen hätte, ſie zu heiraten, denn ſie war eine jener Tugendſchätze, die trotz ihrer Strenge an⸗ ziehen, ſtatt zurückſtoßen. Der Teufel mußte mich mit Gontran von Lanery zuſammenführen; ich wurde mit ihm befreundet, anvertraute ihm meine Liebe, meine Abſichten ich ſtellte ihn dem jungen Mädchen als mei nen vertrauteſten Freund vor. Einen Monat nach die

Mathilde. m. 3