Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ungkaublich Ich bin da, ganz ruhig in meinem Lehnſtuhl, ſehr weit von Ihnen weg, betrachte Sie mit tiefſter Ehrerbietung, und wenn man Sie jetzt ſo fle⸗ hend, ſo verſtört ſähe, ſo würde man ſagen. ich hätte mich wie Tarquinius betragen. . Gehn Sie doch! ſchöne Lukretia, Sie ſind ungerecht. .. Wiſſen Sie wenigſtens, daß wenn ich ein Geck wäre, ich glau⸗ ben würde, Sie werfen mir meine Zurückhaltung vor .. um meine Kühnheit herauszufordern. . .

Ich prüfte, ſo zu ſagen, meine Gefühle mit furcht⸗ barer Aengſtlichkeit; ich fuhr mit meinen Händen zur Stirne ſie war brennend heiß; der Kopf ſchien mir ſchwer, die Augenlieder matt,

Bei jeder dieſer unglückſeligen Entdeckungen ſchau⸗ verte ich vor Entſetzen; ich lag noch auf den Knieen und als ich aufſtehen wollte, fühlte ich meine Kniee unter mir wanken.

Das iſt ja nicht Schlaf! ſchrie ich verzweiflungs⸗ voll.Nein, es iſt ein Todeskampf der Todes⸗ kampf eines Geſunden .. Das iſt ja gräulich! .. Ol mein Gott! mein Gott! iſt es Täuſchung? . Doch nochmals nein nein. . Ich fühle meine Kräfte ſchwinden ein Nebel breitet ſich vor meinen Augen .. Gott des Himmels! Rächende Gottheit! wirſt Du mir denn nicht zu Hülfe eilen?

Ach! ſei es, daß meine Einbildungskraft zufolge der Benachrichtigung Lugarto's die Wirkungen des nar⸗ kotiſchen Mittels, das ich zu mir genommen, beſchleu⸗ nigte, ſei es deſſen natürlicher Gang, ich empfand eine unbeſiegliche Mattigkeit und Erſchlaffung. .. Unwill⸗ kürlich fiel ich in einen Lehnſtuhl neben dem Tiſche niever, auf welchem dies ſchändliche Nachteſſen aufge⸗ tragen worden war.

Ein konvulſiviſches Zittern ergriff mich, ich konnte kaum ſprechen; in meinem Entſetzen richtete ich ver⸗ geblich flehende Gebärven an dieſes Ungehener. 3ch war der Wirkung meines Trankes gewiß