Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
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zuverläßig glaube, Sie haben ſich zu Urſula und nicht zu mir begeben. Ich werde Ihnen dieſes ganze Ge⸗ heimniß, das glücklicherweiſe nicht lange dauern ſoll, erklären. Sie dürfen völliges Vertrauen zu Fritz ha⸗ ben, den ich Ihnen deswegen ſende; er wird Sie in die Nähe von Chantilly führen und da erwarte ich Sie denn, gute, liebe Mathilde. Muth! ich hoffe, es ſeien uns noch ſchöne Tage aufbehalten.

Ich geſtehe, daß die Freude, Gontran wiederzu⸗ ſehen, größer war, als die Beſorgniß für ſeine Ge⸗ ſundheit.

Ich ertheilte die nöthigen Befehle, um augenblick⸗

lich abzureiſen. Obwohl das Ausforſchen der Dienſt⸗

boten mir zuwider war, ſo befragte ich Fritz doch, ob Herr von Lanery auf ſeiner Reiſe oder auf dem Rück⸗ wege krank geworden ſei.

Ich kann der Frau Gräfin hierauf nicht antwor⸗ ten, ſagte er.Als wir von Paris kamen, ließ mich der Herr Vicomte bei Chantilly, in dem Hauſe, wo er Madame erwartet, zurück; vor drei Tagen reiſte er al⸗ lein ab und dieſen Morgen kam er wieder allein dort an. Der Herr Vicomts ſchien ermüdet und unpäßlich; er befahl mir, ein Poſteabriolet zu nehmen und Madame zu holen.

Eine thörichte Hoffnung durchzog mein Herz. Einen Augenblick dachte ich, Gontran habe mich getäuſcht, als er mir von der Zerſtörung unſeres Häuschens ſprach, er wolle mir eine Ueberraſchung aufſparen, dieſe Einſam⸗ keit ſollte uns in ihren ſchützenden Schooß aufnehmen, um den boshaften Läſterungen der Welt zu entfliehen.

Ich hatte ſo viel fromme Verehrung für dieſen gött⸗ lichen Glanzpunkt meines frühern Lebens, daß ich aus übertriebenen Bedenklichkeiten, ſo zu ſagen, meine theu⸗ ren Hoffnungen und Erinnerungen nicht durch die ge⸗ ringſte hierauf bezügliche Frage an Fritz entweihen wollte. 4

Wie mir Gontran anbefohlen hatte, ſchrieb ich dem

Mathilde. m. 2