Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
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Seit meinem öffentlichen Auftreten hatte ich mit keiner Frau eine vertraute Freundſchaft geſchloſſen und trotz meiner Anerkennung der großmüthigen Eigen⸗ ſchaften der Frau von Richeville, empfand ich unwill⸗ kürlich ſtets ein unbeſtimmtes Gefühl von Eiferſucht.. Sie hatte ja Gontran auch geliebt!

Ich ſah mich alſo ganz allein und umgeben von Leuten, welche erſt kürzlich in meinen Dienſt getreten waren; faſt alle Dienſtboten des Hauſes waren er⸗ neuert und die früher eingetretene meiner beiden Kam⸗ merfrauen war kaum ſechs Wochen bei mir. Blon⸗ deau's Unpäßlichkeit beraubte mich der einzigen Freun⸗ desperſon, die damals um mich war. Seit beinahe drei Tagen kannte ich Gontrans Schickſal nicht. Gegen fünf Uhr Abends kam Fritz, der Kammerdiener, den er mitgenommen hatte, in einem der Cabrivlette an, welche man in Poſthäuſern findet, und brachte mir einen Brief von meinem Gemahl. Die Nachrichten, die er enthielt, beſtürzten mich.

Gontran war unwohl; er ewartete mich in einem Hauſe bei Chantilly, wohin ſein Abgeordneter mich führen ſollte.

Herr von Lanery wünſchte, daß, ſobald ich ſeinen Brief erhalten, ich von Blondeau und Fritz begleitet, mit Poſtpferden reiſen ſolle, um möglichſt ſchnell bei ihm anzukommen.

Es iſt höchſt wichtig für mich, fügte Herr von Lanery hinzu, daß man in Paris nicht wiſſe, daß Sie ſich zu mir begeben haben. Sie ertheilen alſo Ihren Leuten Befehl, den Perſonen, welche nach Ihnen fra⸗ gen ſollten, zu antworten, daß Sie für einige Tage zu Frau Secherin gereiſt ſeien. In dieſem Sinne müſ⸗ ſen Sie auch dem Fräulein von Maran, meinem Oheim von Verſac und ebenſo der Prinzeſſin Kſernika ſchrei⸗ ben. Ich bitte Sie, Mathilde, welchen Wi⸗ derwillen Sie auch haben möchten, dieſer letztern Perſon zu ſchreiben; die Hauptſache iſt, daß die Welt