Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Sechzehntes Kapitel. Die Reiſe.

Ein neuer Kummer ſollte mich bedrücken.

Meine arme Blondeau wurde krank. Der Arzt ſchien über dieſes plötzliche Unwohlſein erſtaunt; ohne ernſthaft zu ſein, hielt es doch dieſe treffliche Frau in einem Zuſtand ſonderbarer Mattigkeit und Schlafſucht. Meine Unruhe hinſichtlich Gontran's ſtei⸗ gerte ſich mehr und mehr. Ich wußte nicht, wem mich anvertrauen, und ſandte zu Frau von Richeville. Sie war noch in Anjou und man kannte den Zeitpunkt ih⸗ rer Rückkehr nicht.

Herr von Mortagne war ſeit dem Tage, an wel⸗ chem er einen Brief für Herrn von Rochegune zu mir ſeert hatte, noch nicht wieder in Paris er⸗ chienen.

Wie bitterlich vermißte ich Urſula, meine einzige Freundin! Ich hätte, wo nicht ihren Rath verlangen, tec ibr meine Angſt und meine Bangigkeit mittheilen önnen.

Sie ſchrieb mir oft Briefe voller Melancholie und Trauer. Sie war nicht glücklich, obwohl ihr Gemahl ihr alle mögliche Sorgfalt und Aufmerkſamkeit widmete, aber er verſtand ſie nicht. Sie beklagte ſich über das einförmige Leben, das ſie führen müßte und be⸗ dauerte unſere entſchwundene Kindheit.