Er ſah Sie auf dem Geſandtſchaftsballe, er wurde überraſcht von Ihrer Schönheit, und ohne das ſonder⸗ bare Beſtreben, mit welchem Fräulein von Maran Ihre Vermählung mit Herrn von Lanery zum Voraus an⸗ gekündigt hatte, hätte Herr von Rochegune um die Ehre gebeten, Ihnen vorgeſtellt werden zu dürfen. Wäre Herr von Mortagne hier geweſen, ſo hätte er Ihnen ſeinen Schützling zugeführt. Noch einmal, ich ſage Ihnen das, Mathilde, um Ihnen zu beweiſen, daß Ihr Entſchluß, Ihre Vermählung nicht bis zur Ankunft Ihres einzigen Freundes aufzuſchieben, ihm um ſo ſchmerzhafter ſein muß, da er Abſichten hatte, die ihm Ihr Glück zu begründen ſchienen.“ — „Wenn Herr von Mortagne, deſſen Güte ich nie vergeſſen werde, Madame, hier wäre, ſo würde ich ihm ant⸗ worten. daß ich eine ehrenhafte Wahl getroffen, daß keine Erwägung meine Vereinigung mit Herrn von Lanery verhindern werde. ..“ erwiederte ich mit der unbiegſamen Halsſtarrigkeit des Willens, der die tiefe, blinde und durch Widerſpruch noch geſteigerte Liebe charakteriſirt. — „So leben Sie wohl, Mathilde!“ ſagte Frau von Richeville mit durchdringendem Tone; „geben Sie mir die Verſicherung, daß Sie wenigſtens
an die Uneigennützigkeit meines Schrittes glauben, es ſoll mir ein Troſt für den Kummer ſein, Ihr Ver⸗ trauen nicht gewonnen zu haben .. Sagen Sie, ſa⸗ gen Sie, daß Sie meiner nicht in Haß gedenken werden.“
Ich wollte ihr antworten, als Blondeau ſchleunig eintrat. Frau von Richeville ließ den Schleier fallen.
„Fräulein,“ ſagte Blondeau zu mir, „Fräulein von Maran bittet Sie, zu ihr hinabzukommen.“
Frau von Richeville machte mir eine beſcheidene
Verbeugung und ging.
Jetzt, mein Freund, weiß ich, ohne daran zu


