den. Leben Sie wohl, Mathilde. leben Sie wohl vielleicht werden Sie mich einſt beſſer kennen.. vielleicht, armes Kind... werden Sie mir einſt mit Bitterkeit ſagen: Warum habe ich Sie nicht angehört! Doch, großer Gott! ich will lieber in Ihren Au⸗ gen bleiben, was ich Ihnen ſcheine, eine böſe, nieder⸗ trächtige Frau, ohne Zweifel, als meine Ahnungen und Vorausſagungen durch Ihr Unglück gerechtfertigt zu ſehn. Leben Sie wohl.. nochmals leben Sie wohl! Ein letztes Mal... Sie wollen alſo nicht auf die An⸗ kunft des Herrn von Mortagne warten?“ „Madame,“ antwortete ich, gerührt von den Thränen der Frau von Richeville, „ich bitte Sie drin⸗ gend, brechen wir dieſe Unterredung ab. Einige Worte, die ich bereue, o! die ich ſehr bereue, ſind mir ent⸗ fallen. Mögen ſie Ihnen wenihſtens beweiſen, daß die Wärme, mit welcher ich Herrn von Lanery ver⸗ theidigt, aus einem Herzen entſpringt, das ihm für immer angehört.“ — „Ein letztes Wort, und ich ver⸗ laſſe Sie,“ ſagte Frau von Richeville; „was ich Ihnen ſagen werde, wird Ihren Entſchluß in Nichts ändern, aber ich darf Ihnen nicht verbergen, was für Pläne Herr von Mortagne hinſichtlich Ihrer hegte. Vor ſei⸗ ner Abreiſe nach Italien, hatte er, an Ihre Zukunft denkend, mir, wie ich Ihnen ſchon geſagt, von einer Heirat zwiſchen Ihnen und dem Sohne eines ſeiner beſten Freunde, Herrn Abel von Rochegune geſprochen, welcher damals zwanzig Jahre war und deſſen Ver⸗ mögen beträchtlich werden ſollte. Dieſer junge Mann ſchien Herrn von Mortagne eine Ihrer würdige Par⸗ tie. Herr von Rochegune, einer der edelſten Charak⸗ tere unſrer Zeit, iſt nun durch den Tod ſeines Vaters in den Beſitz großer Güter gelangt. Er kehrt von einer Reiſe zurück, Jedermann vereinigt ſich, ſeinen Geiſt und ſeine Eigenſchaften zu loben; ohne ſchön zu ſein, beſitzt ſeinePhuſiognomie einen unendlichen Zauber..
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