Teil eines Werkes 
9. Band (1847)
Entstehung
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fuhl der Dankbarkeit, auf die ich keinen Anſpruch hatte, ſo ſehr gemißbraucht habe. .

Ich glaube darin nicht die Ehrenzuſage zu vetletzen, die ich Ihnen gegeben hatte, mein Freund.

Und habe ich dieſe Zuſage vielleicht in etwas vernach⸗ läſſigt, ſo werden Sie nachſichtsvoll ſein. Ich glaubte mich mehr als Ehrenmann zu zeigen, indem ich ſo handelte, als wenn ich im ſtrengſten Wortverſtand die Verpflichtung ge⸗ gen Sie beobachtet haͤtte.

Leben Sie wohl, und ungluͤcklicherweiſe fuͤr mich auf immer! Leben Sie wohl, mein Freund! Ich weiß nicht welches Schickſal mir vorbehalten iſt .. ich weiß nicht, was ich von der Zeit hoffen darf, dieſem finſtern Troͤſter. Aber in dieſem Augenblicke wo ich jetzt ſchreibe, glaube, fuͤhle ich, daß es auf der Welt keinen ungluͤcklichern Men⸗ ſchen giebt als mich.

Der einzige Gedanke, deſſen bittre Suͤßigkeit mit dem Chaos duͤſtrer zerreißender Gefuͤhle, in derer Mitte ich kaͤm⸗ pfe, contraſtirt, iſt der, das Regina bewundernswuͤrdig erhaben geblieben bis ans Ende.

Glauben Sie mir, mein Freund, fuhle ich mich mit⸗ leidslos gegen irgend Jemand, ſo iſt es nicht gegen ſie oder Juſt, der eben ſo wuͤrdig und edel wie ſie, ſondern gegen mich, die einzige Urſache ihrer erduldeten Leiden, meiner zukuͤnftigen Qualen.

Zum letzten Male nun Lebewohl und Dank fuͤr Sie, mein Freund! Ohne Ihren Rath waͤre mein Schickſal noch tauſendmal elender, denn ich haͤtte zwei Perſonen ge⸗ haßt, verachtet und vielleicht in Verzweiflung geſtuͤrzt, die ich im Gegentheile in dem Augenblicke, wo ich mich von ihnen entfernte, achte und ehre und gewiß bin, ſie gluͤcklich und ohne Reue zuruͤcklaſſen.

Martin. IX. 9