ſtehliche Verfuͤhrung in Basquinens Spiele lag. So kuͤßte denn die Silberfee lächelnd, gluͤcklich und zuverſicht⸗ lich die Haͤnde des boͤſen Genius, da ſie ihr Bouquet fuͤr gerettet hielt. Ach! vergebliche Hoffnung! Der Engel wurde plötzlich wieder zum Daͤmon. Mit einem Hauche zerſtorte Basquine das Bouquet wieder, indem ſie in ein hoͤhniſches, aber wohltoͤnendes, harmoniſches Gelaͤchter aus⸗ brach. Dann verſchmolz ſie, wenn man ſo ſagen darf, die letten Schwingungen dieſes wilden Lachens in das An⸗ dante einer Bravour⸗Arie von mächtigem und wildem Cha⸗ racter, die ſie, wie ich nachher erfuhr, ſelbſt componirt hatte, und in deren Worten ungefaͤhr folgender Sinn lag: „Ich bin der Genius des Boͤſen, das Boͤſe iſt mein Ge⸗ biet, mein eiſiger Hauch zerſtöret alle Freuden, ich brauche mich nur zu zeigen, und das Gluͤck verwandelt ſich in Trauer.“
Basquine ſang dieſe Arie bei weniger als mittelmaͤßi⸗ gem Text mit ſo bewundernswuͤrdigem Ausdrucke, daß ſie ihr einen fuͤrchterlichen Ton verlieh. Bei ihrer eben ſo ſtarken als wohlklingenden, weichen und vibrirenden Stimme im mezzo soprano erbebten alle Saiten meiner Seele.
Und ich nicht allein war von dieſem ſeltenen Talente tief durchdrungen.
An Basquinens Lippen hangend, warf ich zufaͤllig einen Blick auf die Loge, in welcher Balthaſar und Robert ſich befanden, und die faſt auf der Buͤhne ſelbſt war.
Der Dichter hoͤrte Basquinen mit einer Theilnahme.


