Darauf ſetzte der Bediente, ſich zu einigen andern Kameraden, die bei dieſem Geſpräche zugegen — wen⸗ dend, hinzu:
„Seht nur einmal den Ehemann an! Sieht er nicht wie ein Truthahn aus?“
„Poſſenreißer, Du!“
„Was fuͤr eine Hopfenſtange!“
„Einerlei, ſie iſt doch noch immer recht huͤbſch.“
„Macht ſie ein Geſicht!“
„Sie ſieht allerdings ſehr verdruͤßlich aus.“
Ich ſah nach dem Punkte hin, den meine Nachbarn, deren Reden ich verſchleiere und abkuͤrze, mit ihren Blicken bezeichneten, und erblickte auf dem ziemlich hohen Austritte (Perron), vor der großen Thuͤre des Muſeums, eine junge blonde Frau, mit etwas matten Zuͤgen, aber noch ſehr huͤbſch. Sie ſchien außerordentlich traurig und niederge⸗ ſchlagen. Ihr Anzug war eben ſo geſchmackvoll als ele⸗ gant. Manchmal blickte ſie ſchmerzlich uͤber den freien Platz hin. Ohnſtreitig kam der nicht, den ſie erwartete. Ein langer junger Mann, mit fadem, albernem Geſichte, ohnſtreitig der Ehemann, gab der jungen Frau mit lang⸗ weiliger, unachtſamer Miene den Arm. Waͤhrend einiger Minuten, in denen ſie auf ihren Wagen warten mußten, wechſelten Mann und Frau kein Wort.
Ich hatte beim Anblicke dieſer jungen und huͤbſchen Frau, die von den ſchmutzigen und ſchlechten Redensarten, welche ihr Erſcheinen veranlaßt hatte, nichts wußte, und


