Teil eines Werkes 
6. Band (1847)
Entstehung
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zu werden, und fuͤrs Zweite im Vergleich mit meinem Herrn, Robert von Mareuil, moraliſch höher ſtehe.

Ich ſagte mir das ohne Stolz, ich fuͤhlte in mir Ge⸗ ſinnungen der Rechtlichkeit, Ehre und des Zartgefuͤhls, denen Robert von Mareuil ſtets fremd geblieben war, wenn ich wenigſtens das bedachte, was ich von ſeiner Auffuͤhrung wußte. Ich hatte Leiden erduldet, Proben widerſtanden, bei deren bloßem Gedanken Robert von Mareuil wuͤrde zu⸗ ruͤckgeſchaudert ſein. In einer Lage, wie die meinige oft geweſen, wuͤrde er ſich entweder ſelbſt getoͤdtet haben, oder Verbrecher geworden ſein.

Nachdem ich dieſes mein Uebergewicht uͤber ihn durch eine beſondere Vergleichung feſtgeſtellt hatte, demuͤthigte mich meine dienende Lage nicht mehr. Ich kann das, was ich empfand, nicht beſſer ausdruͤcken, als wenn ich mich mit einem herzhaften Manne, voll großer phyſiſcher Kraft und regem Muthe, vergleiche, der, um eine heilige Pflicht zu erfuͤllen, die Verachtung oder die Drohungen eines armſeli⸗ gen, feigen und gebrechlichen Weſens ertraͤgt, das er mit einem Athemzuge vernichten koͤnnte.

Mit Einem Worte: unſte Rollen ſchienen mir ganz umgetauſcht. Ich betrachtete meine Unterordnung unter Robert von Mareuil wie eine Sonderbarkeit: ich nahm meine Lage als etwas ganz Eigenthuͤmliches, Geheimnißvolles an, das nicht nur mich in den Stand ſetzen konnte, eine großmuͤthige Handlung zu vollbringen, ſondern mir auch