Teil eines Werkes 
6. Band (1847)
Entstehung
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dieſen Brief vom Pariſer Poſtbüreau aushändigen zu laſ⸗ fen. Und morgen? und die folgenden Tage? wovon lebene wo die Nächte uͤber ſchlafen? So elend auch manch⸗ mal bereits mein Daſein geweſen war, ſo hatte es doch der Zufall immer ſo gefuͤgt, daß ich nie die fuͤrchterlichen Pla⸗ gen des Hungers hatte kennen lernen, die ich zu fuhlen begann.

Einen Augenblick glaubte ich im Schlafe Ruhe und vorzuglich Vergeſſenheit des Beduͤrfniſſes finden zu koͤnnen. Aber zu meinem groößten Kummer durchwachte ich faſt die ganze Nacht bis auf einige ſeltene Betäubungen, die voll Unruhe und wirrer Schreckniſſe waren. Die Feuchtigkeit wurde nach und nach ſo durchdringend, daß ich nur an Eins dachte, nämlich zu eſſen, das heißt an die Mittel, mir Brot zu verſchafſen.

So ging ich denn entſchloſſen wieder nach Paris zu, von der lichten Wolke geleitet, welche waͤhrend der Nacht auf der unermeßlichen Stadt zu ruhen ſcheint. Ich ging eilenden Schritts, und ſagte mit wuͤthender Entſchloſſenheit zu mir ſelbſt:

Fort an den Landungsplatz des Danyfbrotegt Es iſt nicht mehr die Rede von Widerwillen oder Furcht. Ich fuͤhle mich entſchloſſen zu Allem. Ich muß durchaus nun etwas zu transportiren haben! Es hungert mich ſo ſehr!

Und jetzt, aber nur jetzt, begriff ich, welche unver⸗ ſöhnlichen und furchtbaren Geſinnungen in den beiden Worun liegen: Ich hungre! 3