Teil eines Werkes 
6. Band (1847)
Entstehung
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einen ſchlechten Dienſt, indem ich Ihnen Ihre Freiheit laſſe. Ich fuͤrchte, das ſie fuͤr Sie nur die Freikcit zum Beiteln ſein wird, ein Vergehen, daß Sie bad ins Gefaͤngniß zu⸗ ruͤckbringen wird. Aber ich will Ihr Vertrauen nicht miß⸗ brauchen. Ihre Erziehung und Bildung kann Ihnen in ſo dringender Lage keine Hilfe gewähren. Spaͤter hätten Sie ſich als Zimmergeſell beſchaͤftigen können, ungluͤck⸗ licherweiſe aber feiert dieſes Hantwerk im Winter gänzlic.

Was ſoll ich denn ater anfangen, mein Herr? Wo⸗ zu rathen Sie mir denn? 5

Ach, mein braver, junger Mann, der einzige Rath⸗ den ich Ihnen geben koͤnnte, wäre der, ſich ais Vagabond feſtnehmen zu laſſen, dann fänden Sie wenigſtens im Ge⸗ fängniſſe Unterktmmen und Brot. Aber freilich ſind Sie noch ſo jung und das Gefängnifleben iſt ſo anſteckend, daß man Gefahr laufen wuͤrde, ein ſo gutes Naturell wie das Ihrige ganz zu veideiben. Das iſt allerdinos b.klagens⸗ werth aber was iſt zu thun die Geſetze können nicht Alles vorausſchen.

Den ach! ſo haͤufigen Fall nicht vorausſehen, daß ein redlicher Menſch trotz ſeines keſten Willens nicht Arbeit finden kann! rief ich voll Bitterkeit aue.Die Geſetze ſchen doch die tauſend Verbrechen voraus, die man begehen kann, warum nicht auch die Urſachen vorausſehen, die dazu ſuͤhren lönnen?

Ir, es iſt nun einmal ſo, antwortete mir trautig der Commiſſar.