Teil eines Werkes 
5. Band (1847)
Entstehung
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„Nimm die Schaufel, ſie wird weniger ſchwer ſein, mein Kind.“

Ich nahm ſie, mein Herr that einige Schritte, und begegnete an der Stallthuͤre dem Kuhhirten, der vertraulich und mit herzlichem Lachen zu ihm ſagte:

„Ihr werdet heute eine praͤchtige Schule halten, Claude Gerard.“

„Wie ſo, mein Junge?“

„Ihr werdet mehr Schuͤler heute haben als geſtern.“

„Erklaͤre Dich. Was wirds denn fuͤr neue Schuͤler geben?“

„Ha, ha, ha. meine Kuͤhe.“

„Deine Kühe? aber ſeit mehren Tagen ſind ſie ja in der Zeit, wo ich Schule halte, auf der Weide.“

„Das wohl, aber mein Herr hat mir geſagt: Bei der geringen Weide, die meine Thiere im Winter in drei bis vier Stunden auf den Feldern finden, geht mir der beſte Duͤnger verloren. Sie ſollen alſo die ganze ſchlechte Jah⸗ reszeit uͤber im Stalle bleiben, ohne herauszukommen.“

„Nun denn, mein Junge!“ ſagte Claude Gerard, „ſo läßt Du Deine Kuͤhe im Stalle, und ich werde ſuchen, daß meine Schuͤler durch die Nachbarſchaft nicht allzuſehr zerſtreut werden,“ ſetzte er laͤchelnd hinzu, und dann ſich zu mir wendend:

„Komm, Martin, komm, mein Kind!“

Ich trug die Schaufel auf meiner Schulter, und folgte dem Schulmeiſter, der die Hacke unterm Arme trug.