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zuſtoßen, drückte ſie dieſelbe mit Herzlichkeit und zog ſie unbewußt ans Fenſter, wie um genauer ihre hübſche Geſtalt zu betrachten.
Roſe Pompon hatte beim Eintreten ihren Shawl und ihr Bibi aufs Bett geworfen, ſo daß das Fräulein nun die dicken Flechten ihres ſeidenweichen hellblonden Haares und das friſche Geſicht des hübſchen Kindes mit feſten Roſenwangen, kirſchrothem Mund, großen blauen munteren Augen, und ihren reizendem Wuchs bewundern konnte. Adriana war entzückt, ſie noch hübſcher zu finden, als ſie ihr anfangs vorgekommen war. Die ſtoiſche Gleichgültigkeit Dſchalma's gegen dies reizende Geſchöpf bewies beſſer als irgend etwas die aufrichtige Liebe, von welcher er beherrſcht war. Roſe Pompon war verwirrt und überraſcht von der Güte, mit welcher das Fräulein ihre Vertraulichkeit aufgenommen hatte. Bald aber ermuthigt durch dieſe Nachſicht und durch das Stillſchweigen Adrianens, welche ſie faſt mit dankbarem Wohlwollen betrachtete, begann ſie wieder: „Nicht wahr, werthe Dame, Sie werden Mitleid mit dem armen Prinzen haben?“
Wir wiſſen nicht, was Adriana geantwortet haben würde, auf die unziemliche Frage Roſe Pompons, wenn ſich nicht vor der Thür ein lautes Kikeriki! hätte hören laſſen. Adriana fuhr zuſammen. Roſe Pompon dagegen, welche eben noch ſo gerührt ausgeſehen hatte, nahm plötzlich eine luſtige Miene an und rief, in die Hände klatſchend: „Das iſt Philemon!“
„Wie? Philemon?“ fragte Adriana. *
„Ja, mein Liebhaber. Der Satan! Er iſt wie ein Fuchs heraufgeſchlichen, um den Hahn zu machen. Das ſieht ihm gleich!“
Einzweites, lauteres Kikeriki ließ ſich dicht vor der Thür hören.
„Gott, wie verrückt!“ rief Roſe Pompon. „Immer derſelbe dumme Spaß, und immer wieder muß ich darüber lachen.“ Und ſie wiſchte ihre letzten Thränen mit der umgewandten Hand ab und lachte wie toll über den alten Spaß, der ihr immer wieder neu war 2
„Machen Sie nicht auf!“ flüſterte Adriana in der größten Verlegenheit. „Geben Sie ihm keine Antwort; ich bitte Sie darum.“
„Der Schlüſſel ſteckt,“ erwiderte Rofe Pompon, „und


