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ich beinahe zur Thür hinaus geworfen worden bin. Ich
kann nichts dazu. Wenn ich lügen will, fang' ich mich immer. Ich will Ihnen alſo ganz klaren Wein einſchenken. Als ich Sie bei der armen Mayeur fand, fühlte ich anfangs in mir Zorn gegen Sie, wie ein kleiner welſcher Hahn. Da ich aber ſah, wie Sie, eine ſchöne vornehme Dame, dieſe arme Nätherin als Ihre Schweſter behandelten, da mocht' ich machen, was ich wollte, mein Zorn war weg. Hier hüben hab' ich mich nochmals zuſammengenommen, um ihn wieder zu erwiſchen, aber es ging nicht. Je mehr ich deu Unterſchied zwiſchen uns beiden ſah, deſto mehr ſah ich ein, daß der Prinz Charmant Recht hatte, nur an Sie zu denken. Denn um Ihretwillen iſt er toll, und wie! Ich ſage das nicht bloß wegen der Geſchichte mit dem Tiger, den er an der Martinspforte Ihnen zu Gefallen umgebracht hat. Gott im Himmel, wenn Sie wäßten, welche Narrenſtreiche er ſeit⸗ dem mit Ihrem Strauß gemacht hat! Wiſſen Sie es nicht? Alle Nächte hat er ohne zu ſchlafen und oft weinend in einem Saal zugebracht, wo er, wie mir geſagt worden, Sie zum erſten Mal geſehen hatte — wiſſen Sie? am Gewächs⸗ haus. Und Ihr Portrait, welches er nach ſeiner Landesart aus dem Gedächtniß auf die Glasthür gezeichnet hat! Und ſo viele andere Dinge! Ich liebte ihn und ſah das. Anfangs gerieth ich außer mir, dann aber ward es ſo rührend, daß mir die Thränen in die Augen traten — wie jetzt bei dem bloßen Gedanken an den armen Prinzen.“ Wirklich traten Thränen in ihre ſchönen blauen Augen, und ſie fuhr fort in einem Ton ſo aufrichtiger Theilnahme, daß Adriana ſich tief ergriffen fühlte: „Madame, Sie ſehen ſo ſanft und gut aus. Machen Sie ihn doch nicht unglücklich! Lieben Sie ihn doch ein wenig, den armen Prinzen! Was verſchlägt's
Ihnen denn, ihn zu lieben?“ Und vergeſſend, daß Vertrau⸗
lichkeit ihr nicht zieme, ergriff ſie im überſtrömenden Gefühl ihres Herzens die Hand des Fräuleins.
Adriana mußte alle ihre Selbſtbeherrſchung aufbieten, um den Ausbruch ihrer Freude zurüzuhalten, um die tauſend
Fragen, welche ſie auf dem Herzen hatte, nicht auf ihre Lippen gen, 5 „
kommen zu laſſen, um die unter ihren Wimvern zitternden Wonne⸗ chränen nicht fließen zu laſſen. Anſtatt die Hand der Dirne zurück


