einmal; wenn man nichts von Ihnen verlangt, — gar nichts — wenn man Sie ſo ſehr verachtet, daß man Ihnen nicht einmal ein Wörtchen von Liebe ſagt.“
„Aber erlauben Sie mir zu bemerken, daß die Ihnen be⸗ wieſene Gleichgültigkeit Sie nicht gehindert hat, ziemlich lang in dem Haus, von dem ſie ſprechen, ſich aufzuhalten.“
„Weiß ich, warum der Prinz Charmant mich bei ſich be⸗ hielt? Warum er mit mir ſpazieren fuhr und ins Thea⸗ ter? Am Ende gehört das auch zum guten Ton in ſeinem wilden Land, ein hübſches Mädel bei ſich zu haben und nicht im Geringſten auf es zu achten.“
„Aber warum ſind Sie denn in dem Haus geblieben?“
„Ei du mein Gott!“ rief Roſe Pompon, ärgerlich auf den Boden ſtampfend, „ich bin geblieben, weil ich, ohne zu wiſſen wie, mich in den Prinz Charmant verliebt habe. Und das Drollige dabei iſt, ich bin luſtig wie ein Buchfink und liebte ihn, weil er traurig war. Das iſt doch ein Beweis, daß ich ihn ernſtlich liebte. Eines Tags konnte ich es nicht länger aushalten. Ich dachte: Mag kommen, was da will! Phile⸗ mon macht mir gewiß in ſeiner Heimath auch Streiche, alſo friſch zu! Und ich machte mich eines Morgens in meiner Ma⸗ nier zurecht, ſo hübſch, ſo lockend, daß ich in den Spiegel guckte und ſagte Jetzt wird er aber gewiß nicht widerſtehen. Ich gehe zu ihm, ich verliere das Concept und ſage ihm Alles, was mir im Kopf herum geht. Ich lache, ich weine; endlich ſag' ich ihm, ich bete ihn an. Und was hat er mir geantwortet? — Armes Kind! armes Kind! — Gerade, als wenn ich gekommen wäre, und über Zahnweh geklagt hätte, weil ich einen Weisheitszahn machte. Er war wie ein Mar⸗ morblock, und doch bin ich feſt überzengt, wenn er nicht an⸗ derweitig unglücklich verliebt wäre, würde er Feuer fangen wie Zunder. Aber er iſt ſo traurig, ſo niedergeſchlagen! — — — Ah! — nein, das will ich Ihnen nicht ſagen; es würde Ihnen zu viel Vergnügen machen! — — — Ei was!“ platzte ſie wieder heraus das Fräulein mit Rührung und Ehrerbietung anſehend, „ich ſag's doch! Warum ſollt' ich ſchweigen. Erſt hab' ich die Großs gegen Sie geſpielt und Ihnen geſagt, der Prinz Charmant wollte mich heirathen und am Ende hab ich Ihnen wider Willen geſtanden, daß
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