Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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ſinnliche Befriedigung gewährte. Demnach war Adriana nur halb beruhigt, als der Verdruß Roſe Pompon's ihr die Ge⸗ wißheit gab, Dſchalma habe nie eine ernſtliche Neigung zu der Dirne gehabt.

Das letzte Wort Roſe Pompon's in ihrer Anrede war ge⸗ weſen: Ich verabſcheue Sie.

„Und warum verabſcheuen Sie mich?“ fragte Adriang.

Roſe Pompon fiel völlig aus ihrer Siegerrolle und er⸗ widerte mit der ihr natürlichen Aufrichtigkeit: „Sie brauchen auch noch zu thun, als wenn Sie nicht wüßten, warum und weshalb ich Sie verabſcheue! Nicht wahr, man holt Sträußer ſogar aus dem Rachen eines Panthers für Perſonen, die einem ganz gleichgültig ſind? Die Geſchichte mit dem Strauß möchte noch hingehen. Wiewohl ſich das Eingeweid in mei⸗ nem Leib herumgedreht hat, als ich den Prinz Charmant wie ein Geislämmchen aufs Theater ſpringen ſah, würd' ich mir doch geſagt haben: Ah bah! die Indier haben ihre eig⸗ nen Höflichteiten. Hier zu Land, wenn ein Frauenzimmer einen Strauß fallen läßt, hebt ein wohlerzogener Herr ihn auf und gibt ihn ihr wieder. In Indien iſts anders. Da hebt der Herr den Strauß auf, gibt ihn der Dame nicht zurück, ſchlachtet aber vor ihren Augen einen Panther. Das ſcheint feine Lebensart dort zu Lande zu ſein. Aber in kei⸗ nem Land der Welt iſt es feine Lebensart, ein Frauenzimmer zu behandeln, wie ich behandelt worden bin, und das Ihnen zu Gefallen, Madame.“

Hatte Roſe Pompon anfangs ein Mäulchen gemacht, wie ein unartiges Kind, ſo nahm ihr Geſicht, während ſie ſprach, immer mehr den Ausdruck wirklichen Kummers an, welcher freilich manchmal komiſch ausſah. Adriana hütete ſich wohl, ſie auf den ſchneidenden Widerſpruch zwiſchen ihrer erſten und zweiten Rede aufmerkſam zu machen. Sie ſagte, immer in ſanftem Ton: „Ich glaube Sie täuſchen ſich, wenn Sie annehmen, ich ſei irgend ſchuld an Ihrem Kummer. Jeden⸗ falls aber werde ich bedauern, wenn Sie irgend jemand zu Gefallen übel behandelt worden wären.“

„Eh!“ rief Roſe Pompon, „Sie werden doch nicht glau⸗ ben, ich wäre geprügelt worden? Das wär' mir ſchön! Nein, das iſt's nicht. Ich will nur ſagen, wenn Sie nicht