Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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Weiſe, in welcher ſie auf die kecken Herausforderungen der Dirne geantwortet hatte, — das alles übte auf dieſe eine unwiderſtehliche Gewalt. Und da ſie bei allem Tadelhaften doch ein gutes Herz hatte, ſo war ſie tief gerührt worden, als ſie dieſe hochſtehende Dame die arme Mayeur Schweſter und Freundin nennen hörte. Sie begann ihr keckes Beneh⸗ men halb und halb zu bereuen, und ihre anfangs ſehr feind⸗ ſeligen Abſichten milderten ſich ein wenig. Da ſie indeß ein eigenſinniges Köpfchen hatte und nicht das Anſehen haben wollte, als unterwerfe ſie ſich einem ihr Selbſtgefühl ver⸗ letzenden Einfluß, ſo bemühte ſie ſich, ihre Zuverſicht wieder⸗ zugewinnen. Nachdem ſie die Thür verriegelt, ſagte ſie zu Adrianen: „Machen Sie ſich die Mühe, Platz zu nehmen.“ Dies ſollte ein neuer Beweis ſein, daß ſie ſchön zu ſprechen wüßte.

Adriana griff nach einem Stuhl. Roſe Pompon, würdig die uralte Gaſtlichkeit zu üben, nach deren Regeln ſelbſt ein Feind, ſobald er Gaſt iſt, ein unverletzliches Weſen wird, rief ihr zu: „Madame, nehmen Sie dieſen Stuhl nicht! Es fehlt ihm ein Bein.“ Adriana griff nach einem andern Stuhl, und abermals rief Roſe Pompon: „Nehmen Sie auch dieſen nicht. Seine Rücklehne hat keinen Halt.“ Und wirklich blieb die Rücklehne in Leierform in den Händen Adriana's.

Das Fräulein ſetzte die Lehne behutſam wieder auf das Untergeſtell und ſagte „Mamſell, ich glaube, wir können eben ſo gut im Stehen ſprechen.“

„Wie Sie wollen,“ erwiderte Roſe Pompon, ſich um ſo mehr

in die Bruſt werfend, je mehr ihre Zuverſicht ſie verließ.

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Ein und zwanzigſtes Kapitel. nte ed unn g⸗

Nach einer Minute des Zögerns ſagte Roſe Pompon zu dem Fräulein, welches mit klopfendem Herzen harrte: „Ma⸗ dame, ich will Ihnen friſchweg ſagen, was ich auf dem