Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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dir. Daß du mir nur nicht mehr ſolche Sachen machſt und Ceph ſe auch nicht! Ich höre, ſie iſt ſchwach, und man darf noch nicht zu ihr; nicht wahr Musje Baudoin?“

„Ja,“ antwortete Agricola verlegen, da die Mayeur kein Auge von ihm abwandte. „Man muß Geduld haben.“

„Aber nicht wahr, Agricola, ich kann ſie heut noch ſehen?“ fragte die Mayeux.

„Jetzt beruhige dich. Wir wollen ſpäter davon ſprechen.“

Roſe Pompon nahm wieder das Wort „Agricola hat Recht, liebe Mayeur. Wir müſſen vernünftig ſein und warten. Ich will auch warten und einſtweilen mit der Madame ſpre⸗ chen.“ (Sie warf auf das Fräulein einen Blick wie eine erboste Katze.) „Ja, ja ich will warten, und dann will ich der armen Cephiſe ſagen, daß ſie, wie du, auf mich rechnen kann.“ (Bei dieſen Worten warf ſie ſich in die Bruſt.) „Seid ruhig. Wenn es einem gut geht, müſſen die Freun⸗ dinnen, denen es ſchlecht geht, doch auch ein wenig davon ſchmecken. Das wäre fein, das Glück ſo ganz für ſich zu behalten! Wer Luſt hat, der mag's ausſtopfen und unter

eine Glasglocke ſtellen, daß niemand dran kommt — Wenn ich ſage mein Glück, ſo iſt das ſo eine Redensart. Wahr iſt's, auf einer Seite — — ja. Aber auf der andern — da,

liebe Mayeur, liegt der Hund begraben. — Ah was! Ich bin erſt ſiebzehn Jahr alt. — Es iſt ſo wie ſo. — Jetzt ſchweig ich ſtill, denn ich könnte ſo bis morgen früh plaudern, und du wärſt gerade ſo klug wie jetzt. Alſo noch einen Kuß, und ſei nicht mehr trübſelig — und Cephiſe auch nicht — verſteht ihr mich? Jetzt bin ich da!“ Und Roſe Pompon, die auf ihren Ferſen hockte, umarmte liebevoll die Mayeux.

Was empfand wohl das Fräulein von Cardoville bei dieſem Geſpräch der lockeren Dirne über den verſuchten Selbſtmord der Mayeur? Das wunderliche Kauderwälſch der Mamſell, ihre Freigebigkeit mit dem Bazar Philemons, mit dem

glücklicher Weiſe nicht verheirathet zu ſein erklärte, ihre ſich hie und da offenbarende Herzensgüte — dieſe Gegenſätze,

dies kecke, poſſenhafte Weſen war für das Fräulein ſo neu und unbegreiflich, daß ſie vor Ueberraſchung ſtarr und ſtumm war. — Alſo das war das Geſchöpf, welchem Dſchalma ſie

aufgeopfert hatte? — — War ihre erſte Empfindung beim

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