Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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lichen Auftritt, deſſen Zeuge er eben geweſen war, zerſtreute. Er flüſterte Adrianen zu: „Fräulein, es iſt vorbei! Cephiſe

Shat den letzten Seufzer ausgehaucht, ohne wieder zur Beſin— nung gekommen zu ſein.“

„Das arme Mädchen!“ ſagte Adriana gerührt.

„Wir müſſen die traurige Nachricht vor der Mayeur ver⸗ heimlichen,“ fuhr Agricola fort. „Erſt ſpäter dürfen wir ſie ihr mittheilen. Zum Glück weiß die kleine Roſe Pompon da“ (er blickte auf die neben der Mayeur hockende Dirne) „nichts davon.“

Adrianens Erſtaunen wuchs, als ſie den Schmied von der geputzten Dirne wie von einer alten Bekannten reden hörte. Ihre Empfindung läßt ſich nicht beſchreiben, als ſie nun Roſe Pompon ſchwatzen hörte. Es war ihr, als ob ihr Schmerz ſich verminderte.

„Ach, gute Mayeur!“ ſagte die Kleine mit geläufiger Zunge, gerührtem Herzen und Thränen in den hübſchen blauen Augen, „wie kann man ſo einen dummen Streich machen? Helfen ſich denn nicht arme Leute einander? Hättet ihr euch denn nicht an mich wenden können? Ihr wußtet doch, was mein iſt, gehört auch Andern. Ich hätte einen letzten Raff auf dem Bazar Philemons gemacht, ich hatte ſeine drei Stiefel, ſeine behosten Pfeifen, ſeine Bootsmannstracht, ſein Bett und ſogar ſein Paradeglas verkauft. So wäret ihr doch nicht auf dieſen garſtigen Ausweg getrieben worden. Philemon würde mir deswegen nicht gezürnt haben, denn er iſt ein guter Junge. Und wenn er mir gezürnt härte, wäre mir's einerlei geweſen. Wir ſind, Gott ſei Dank, nicht verheirathet. Ich will damit nur ſagen, ihr hättet an die kleine Roſe Pompon denken ſollen.“

„Ich weiß, daß Sie gefällig und gut ſind,“ erwiderte die Mayeur, welche von ihrer Schweſter gehört hatte, daß Roſe Pompon, wie viele ihres Gleichen, gutherzig war. „Freilich,“ fuhr die Dirne fort, mit der ungewandten

Sid eine Thräne von ihrer Naſenſpitze abwiſchend, „ihr eidet ſagen, ihr hättet nicht gewußt, wo ich ſeit einiger Zeit hocke. Das iſt eine ſchnurrige Geſchichte! — Schnur⸗ rig? — Im Gegentheil!“ Roſe Pompon ſtieß einen tiefen Seufzer aus und fuhr fort: „Einerlei! Davon hab' ich nicht mit dir zu ſprechen. So viel iſt gewiß, es geht beſſer mit