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Erfüllung dieſer Pflichten und die ſtete Hoffnung, Sie wieder⸗ zufinden, haben meinen Schmerz einigermaßen gelindert. Ich habe wenn nicht Troſt doch Zerſtreuung gefunden. Ihre Freundſchaft und das Beiſpiel Ihrer Ergebung werden das Uebrige thun. Das glaube ich zuverſichtlich. Ich werde dieſe unglückſelige Liebe vergeſſen.“
In dieſem Augenblick vernahm man raſche Tritte auf der Treppe und eine junge, friſche Stimme welche ſagte: „Ach Gott! die arme Mayeur! Es iſt gut, daß ich gerade komme. Wenn ich ihr nur helfen kann!“
Unmittelbar darauf ſtürzte Roſe Pompon in die Dachkam⸗ mer. Ihr auf dem Fuß folgte Agricola Er deutete dem Fräulein auf das Fenſter und gab durch ein Zeichen zu ver⸗ ſtehen, daß ſte dem Mädchen nichts von dem kläglichen Ende der Königin Bacchanal ſagen dürfte.
Adriana bemerkte dieſen Wink nicht. Ihr Herz empörte ſich, als ſie das Mädchen wieder erkannte, welche ſie an der Mar⸗ tinspforte bei Dſchalma geſehen hatte, und welche allein die Urſache ihrer Leiden ſeit dieſem Unglücksabend war. Als ob das Schickſal ihrer ſpottete, mußte in dem Augenblick wo eben Adriana das ſchmerzliche demüthigende Geſtändniß ihrer ver⸗ ſchmähten Liebe gemacht hatte, das Weib erſcheinen, dem ſie ſich aufgevpfert glaubte.
War die Ueberraſchung des Fräuleins groß, ſo war die bei Roſe Pompon nicht geringer. Sie erkannte in Adriana die ſchöne Dame mit dem Goldhaar, welche bei dem Aben⸗ teuer mit dem ſchwarzen Panther ihr gegenüber geſeſſen hatte, und das Zuſammentreffen mit ihr war ihr eben ſo erwünſcht wie unverhofft. Sie gab ſich Mühe, dem Fräulein einen Blick unausſprechlicher Schadenfreude zuzuwerfen.
Der erſte Gedanke Adrianens war, die Kammer zu verlaſſen. Aber theils konnte ſie ſich nicht von der Mayeur trennen, theils fühlte ſie ſich durch eine ſonderbare Neugierde zurück⸗ gehalten. Sie wollte in der Nähe dieſe Nebenbuhlerin be⸗ trachten, welche faſt ihren Tod verurſacht hatte, — dieſe Nebenbuhlerin, welcher ſie in ihren Seelenkämpfen ſo viele verſchiedene Geſtalten verliehen hatte, um ſich die Liebe Dſchalma's für dies Geſchöpf zu erklären.


