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ſie zu beſiegen. Denn, wenn Sie Alles wiſſen, werde ich nicht vor Ihnen erröthen wollen, vor Ihnen, dem Weib von ſo edlem Herzen, deſſen Muth und Ergebung für mich ſtets ein Muſter ſein ſoll.“
„O, Fräulein, ſprechen Sie nicht von meinem Muth, wäh⸗ rend ich ſo ſehr über meine Schwäche erröthen muß!“
„Erröthen! Immer dieſe Furcht! Gibt es denn etwas rührenderes, hingebenderes als Ihre Liebe? Sie ſollten errö⸗ then? Warum? Weil Sie die reinſte Zuneigung gegen den wackeren Mann gezeigt hahen, den Sie von Kind auf lieben gelernt? Weil Sie für ſeine Mutter die zärtlichſte Tochter geweſen ſind? Weil Sie ohne Klage tauſendfache Leiden er⸗ duldet haben, um ſo ſchmerzlichere Leiden, da Die, welche ſie Ihnen zufügten, nicht wußten, was ſie thaten? Kein Menſch dachte daran, Sie zu beleidigen, wenn man Ihnen, ſtatt Sie Magdalene zu nennen, immer einen Ekelnamen gab, der doch ſo demüthigend war.“
„Fräulein, wer konnte Ihnen ſagen — —2“
„Was Sie nur Ihrem Tagbuch anvertraut hatten — nicht wahr? Erfahren Sie denn Alles. Florine hat ſter⸗ bend mir ihre Uebelthaten bekannt. So weiß ich nun, ſie hat die Schändlichkeit begangen, Ihnen Ihre Papiere zu ſteh⸗ len. Sie wor dazu gezwungen durch die Leute, welche ſie in der Hand hatten. Sie hat das Tagbuch geleſen. Und da nicht jedes gute Gefühl in ihr erſtorben war, ſo hat das Leſen dieſes Buchs, in welchem Ihre Ergebung, Ihre kum⸗ mervolle, fromme Liebe ſich offenbart, ſie ſo tief ergriffen, daß ſie mir auf ihrem Todbett einige Stellen daraus anführen und damit Ihr plötzliches Verſchwinden erklä⸗ ren konnte. Sie war überzeugt, die Angſt, Ihre Liebe zu Agricola bekannt gemacht zu ſehen, habe Ihre Flucht veranlaßt.“
„Es iſt leider nur zu wahr, Fräulein!“
„Ja wohl. Die Menſchen, welche die Unglückliche handeln
ließen, wußten recht gut, wo der Schlag traf. Sie ſind keine Anfänger. Sie brachten Sie zur Verzweiflung, zum Selbſt⸗ mord. Warum waren Sie mir auch ſo ergeben? Warum hatten Sie jene Leute durchſchaut? O, dieſe Schwarzröcke ſind unverſöhnlich und ihre Macht iſt groß.“ „Man erſchrickt davor, Fräulein.“
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