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leins für die arme Nätherin. Sie ließ die ſorgfältigſten Nachforſchungen nach ihr anſtellen. Eine noch wichtigere Folge der Geſtändniſſe Florinens war, daß Adriana nach dieſem Beweis von den Ränken Rodin's ſich der Entſchlüſſe erinnerte, welche ſie gefaßt hatte, als ſie im feſten Glauben an Dſchalma's Liebe, die den Königsſohn und die andern Mitglieder der Familie Rennepont bedrohenden Gefahren geahnt hatte. Abermals nahm ſie ſich vor, ihre Verwandten wider den gemeinſamen Feind zu vereinigen. In dem Kampf wider ſo gefährliche und mächtige Gegner wie Rodin, Aigrigny und die Fürſtin von St. Dizier ſah ſie nicht nur eine Pflicht, eine rühmliche Aufgabe, die Heuchelei und Habgier zu ent⸗ larven, ſondern auch einen Troſt oder wenigſtens eine würdige Ablenkung ihres Gemüths von bitterem Kummer.
Von nun an trat eine fieberhafte Regſamkeit an die Stelle ihres bisherigen düſteren Hinbrütens. Sie berief alle Mit⸗ glieder ihrer Familie, welche ſie auffinden konnte, zu ſich, und bald ward ihre Wohnung der Punkt, von welchem aus die größte Thätigkeit entfaltet ward, und wo in Familien⸗ zuſammenkünften über Mittel zur Abwehr und zum Angriff berathen wurde — wie in dem bei Aigrigny eingelaufenen Vericht geſagt war. Dieſer ſonſt ganz genaue Bericht ent⸗ hielt auch die Vermuthung, Adriana habe eine Zuſammen⸗ kunft mit Dſchalma gehabt. Die Vermuthung war falſch. Worauf ſie beruhte, werden wir ſpäter ſehen. Die Wahrheit iſt, daß Adriana in der Beſchäftigung mit wichtigen Fami⸗ lienangelegenheiten einigermaßen von den Gedanken an ihre unglückliche Liebe abgezogen wurde.
Nach langem Forſchen hatte ſie endlich die Wohnung der Mayeux erfahren. Agricola befand ſich eben bei ihr, um wegen Hardy mit ihr zu ſprechen. Er bat ſie um Erlaubniß, ſie in die Clovisſtraße begleiten zu dürfen, und trug dazu bei, ſeine Jugendfreundin wie durch ein Wunder vom Tod zu retten.
Abermals erneuerte ſich das rührende Schauſpiel, daß in der Perſon Adriana's und der Mayeur die beiden äußerſten Enden der geſellſchaftlichen Kette ſich berührten und in herz⸗ erhebender Gleichheit verſchlangen. Die Arbeiterin und das adelige Fräulein waren einander werth an Geiſt und Herz —


