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ſagte: „Da iſt ſie ja.“ Sie kniete neben dem Strohſack nieder und ergriff die Hände der Armen. Die Hände waren kalt, uud das Herz, nach welchem ſie fühlte, ſchlug nicht mehr. Nach einigen Augenblicken als durch Thür und Fen⸗ ſter friſche Luft eingeſtrömt war, glaubte ſie eine faſt un⸗ merkliche Bewegung des Herzens zu ſpüren und rief: „Ihr Herz ſchlägt! Geſchwind! Hülfe! Laufen Sie, Herr Baudvin. . Glücklicher Weiſe hab' ich mein Fläſchchen.“ „Ja,“ ſagte Agricola; Hülfe für ſie und für die Andere — wenn's noch Zeit iſt,“ und ſprang in Verzweiflung nach der
Treppe. Achtzehntes Kapitel.
Die Geſtändniſſe.
Während des beſchriebenen peinlichen Auftrittes hatte die heftige Aufregung einige Röthe über das Antlitz des Fräu⸗ leins von Cardoville verbreitet. Vor Kummer war ſie bleich geworden. Ihre ſonſt ſo ſchön grundeten Wangen waren etwas hohl. Bläuliche Ringe umſchloſſen ihre großen ſchwar⸗ zen Augen, die nicht mehr wie ſonſt lebendig funkelten. Nur ihre Lippen, obwohl von Schmerz zuſammengepreßt, hatten ihr feuchtes Sammetroth behalten.
Um leichter der Mayeux helfen zu konnen, hatte ſie ihren Hut weggeworfen. Ihre goldenen Locken derhüllten faſt. ihr Geſicht, indem ſie ſich kniend über den Strohfack beugte. Wenige Minuten reichten hin, um unter Einwirkung der fri⸗ ſchen Luft und der in Adrianens Fläſchchen enthaltenen Stär⸗ kungsmittel die Mayeur ins Leben zurückzurufen. Ihr Schein⸗ tod war mehr Folge von und Schwäche, als des Kohlendampfs geweſen, welcher länger hätte witten müſſen, um ein tödliches Erſticken herbeizuführen.
Bevor wir dieſen Auftritt zwiſchen der Nätherin und dem Fräulein weiter ſchildern, müſſen wir einen Rückblick 6 ie Vergangenheit thun.


