Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

— 3 — in deine Arme. — — Es wird mir Angſt. — — Ich ſehe — — Alles — — dunkelblau. — — Alles wirbelt. . ..

um mich herum.“ Und ſie erhob ſich ein wenig und barg ihr Geſicht an der Bruſt ihrer aufrecht ſitzenden Schweſter und ſchlaug ihre matten Arme um ſie.

„Muth!“ rief Cephiſe mit ſchwächer werdender Stimme, und drückte ſie an ihre Bruſt. Bald wird es am Ende ſein. — — Warum,“ fügte ſie für ſich hinzu, „wird meine Schweſter ſo ſchnell ohnmächtig? Ich bin noch ganz bei Sinnen und leide weniger als ſie. Aber es wird nicht lange dauern. Dürfte ich denken, ſie würde vor mir ſterben, ſo würde ich das Geſicht über die Kohlen halten. Ja . . . ich gehe hin.“

Sie wollte aufſtehen, aber die Mayeur hielt ſie mit einem leiſen Drucke zurück. „Du haſt Schmerzen, arme Kleine? fragte ſie zitternd.“

„Ja .. jetzt. große Schmerzen. . . . Verlaß mich nicht.“

„Und ich ſpüre noch nichts — — faſt noch nichts,“ ſagte Cephiſe mit einem wilden Blick auf die Kohlenpfanne. „— — Doch — —“ fügte ſie mit unheimlicher Freude hinzu, „ich fange an zu erſticken. — — Es iſt mir — als wollte mir — — der Kopf zerſpringen.“

Das tödliche Gas erfüllte jetzt die Kammer, nachdem es allmählig alle Lebensluft verdrängt hatte. Das Tageslicht ſchwand immer mehr und die Kammer war faſt nur noch von der Kohlengluth erhellt, die einen röthlichen Schein auf die umſchlungenen Schweſtern warf. Plötzlich machte die Mayeur einige leichte krampfhafte Bewegungen und ſagte mit matter Stimme: „Agricola . . . . Fräulein von Cardoville . . . Leb wohl. . . Agricola . . . ich . .“ Sie murmelte noch einige unverſtändliche Worte. Dann hörten ihre krampfhaf⸗ ten Bewegungen auf, und ihre um Cephiſen geſchlungenen Arme fielen kraftlos auf den Strohſack.

„Magdalene!“ rief Cephiſe erſchrocken, hob mit beiden Händen den Kopf ihrer Schweſter in die Höhe und ſah ihr ins Geſicht. „Du biſt ſchon „ 42 Aber ich?“

Das ſanfte Geſicht der Mayeur war nicht bläſſer als ge⸗ wöhnlich. Aber ihre halb geſchloſſenen Augen hatten keinen Blick mehr. Einen Augenblick noch ſchwebte ein halbes Lächeln