Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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ſeilchen und die Strohwiſche fertig, mit welchen ſie den Zu⸗ tritt der Luft abhalten wollten, um die Erſtickung ſchneller und ſicherer zu bewirken. Jetzt ſagte die Mayeur: „Cephiſe, Du biſt die Große und übernimmſt die Decke; ich nehme die Thür und das Fenſter.“

„Ich werde eher fertig ſein, als Du,“ erwibderte Cephiſe.

Beide begannen, ſorgfältig alle Oeffnungen zu verſtopfen, durch welche bisher der Luftzug in die verfallene Kammer eingedrungen war. Die hochgewachſene Cephiſe reichte an die Dachritzen und verſtopfte ſie luftdicht, während die Mayeur Aehnliches an Thür und Fenſter that. Rach Vollendung dieſes traurigen Geſchäfts näherten ſich beide Schweſtern ein⸗ ander und ſahen ſich ſchweigend an. Der verhängnißvolle Augenblick nahte. Ihre, im Ganzen ruhigen Mienen zeigten eine Spur der bei Doppelſelbſtmord gewöhnlichen Aufregung.

„Jetzt geſchwind die Kohlenpfanne!“ ſagte die Mayeur und kniete vor derſelben nieder. Cephiſe faßte ſie unter den Ar men, hob ſie auf und ſagte: „Laß mich das Feuer anma⸗ chen; das iſt meine Sache.“

„Aber Cephiſe . . .“

„Du weißt ja, daß der Kohlendunſt dir Kopfweh macht.“

Die Mayeur lächelte zu dieſer harmloſen Bemerkung. Ce⸗ phiſe lächelte gleichfalls und ſagte: „Einerlei! Warum ſollte ich dir einen Schmerz mehr oder früher zukommen laſſen. Lege dich dort auf den Strohſack. Wenn die Kohlen bren⸗ nen, dann komm' ich und ſetze mich zu Dir.“

„Mache nicht lange, Cephiſe.“

„In fünf Minuten iſt's gethan.“

Das Vorderhaus ragte ſo weit über den Hinterbau hin⸗ aus, in welchem ſich die Dachkammer der beiden Schweſtern befand, daß dieſe Kammer, ſo wie die Sonne hinter den Dachgiebeln verſchwunden war, faſt düſter wurde. Die Fen⸗ ſterſcheiben waren ſo ſchmutzig, daß durch ſie nur ein ſehr ſchwaches Licht auf den blau und weiß gewürfelten Strohſack fiel, auf welchem die Mayeur in einem zerriſſenen Kleid halb ſaß, halb lag. Auf den linken Ellenbogen geſtützt, das Kinn in der Hand, ſah ſie traurig ihrer Schweſter zu Cbphiſe kniete vor der Kohlenpfanne, über welcher ſchon hier und da eine bläuliche Flamme tanzte und blies die Glut aus allen