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Und wird dieſer Jammer etwa gelindert durch eine ferne Ausſicht auf eine beſſere Zukunft? Leider wagt man es nicht zu glauben. Angenommen, ein aufrichtiger Mann ohne Lei⸗ denſchaft, Bitterkeit und Heftigkeit, aber tief betrübt über ſo viel Elend käme und ſpräche zu unſern Geſetzgebern: „Es iſt erwieſen, daß zu Paris Tauſende von Frauensperſonen mit höchſtens fünf Franken die Woche leben müſſen, — mit fünf Franken für Wohnung, Kleidung, Heizung und Nah⸗ rung. Und viele unter dieſen Perſonen ſind Wittwen und haben kleine Kinder. Ich will euch keine Redensarten daher machen; ich beſchwöre euch nur, an eure Töchter, an eure Schweſtern, an eure Weiber, an eure Mütter zu denken. Gleich dieſen ſind Tauſende von armen Geſchöpfen Mütter, Töchter, Schweſtern, Gattinnen und dabei einem ſchrecklichen, nothwendig entſittlichenden Schickſal unterworfen. Ich frage euch im Namen der Menſchenliebe und des geſunden Men⸗ ſchenverſtandes, im Namen des allgemeinen Beſten und der Menſchenwürdet iſt ein ſolcher Zuſtand zu ertragen? Iſt es möglich — Werdet ihr ihn dulden, wenn ihr an die ſchrecklichen Uebel, an die zahlloſen Laſter denkt, welche ein ſolcher Jam⸗ mer erzeugt?“ — Was würden dann unſere Geſetzgeber thun? Sicher würden ſie antworten im ſchmerzlichen Bewußt⸗ ſein ihrer Ohnmacht: „Ach, das iſt betrübend! Wir ſeufzen über ſo großen Jammer, aber wir vermögen nichts!“
Der Schluß daraus iſt leicht zu ziehen und leicht zu ver⸗ ſtehen, zumal von den Leidenden. Dieſe Unzähligen ziehen oft Schlüſſe in ihrer Weiſe — und warten.
Vielleicht wird ein Tag kommen, wo die Geſellſchaft ihre beklagenswerthe Sorgloſigkeit bitter bereuen wird. Dann werden die Glücklichen dieſer Welt ſchreckliche Rechenſchaft zu fordern haben von den Leuten, die uns jetzt regieren, als welche ohne gewaltſame Erſchütterungen das Wohlſein des Arbeiters und die Ruhe des Reichen hätten ſichern können. Bis aber dieſe ſchmerzlichen Fragen, welche die Zukunft der Geſellſchaft, vielleicht der Welt angehen, ihre Löſung finden, werden viele arme Geſchöpfe, wie die Mayeur und wie Ce⸗ phiſe an Elend und Verzweiflung ſterben.
Nach einigen Minuten hatten beide Schweſtern die Stroh⸗


