Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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fehlt oder der Lohn nicht ausreicht, und der M

gendlicher Lebensluſt, für dich iſt jetzt das Leben eine nicht weniger ſchwere Bürde als für mich, das jämmerliche Geſchöpf. Uebrigens,“ ſetzte ſie ſanft hinzu, „habe ich bis zum Ende erfüllt, was für mich Pflicht war. Agricola bedarf meiner nicht mehr. Er iſt verheirathet, liebt und wird geliebt. Sein Glück iſt gewiß. Dem Fräulein von Cardoville bleibt nichts zu wünſchen. Sie iſt ſchön, reich und glücklich. Für ſie hab' ich gethan, was ein armes Geſchöpf von meinem Schlag thun konnte. Die, welche mir gut waren ſind glücklich. Was macht es nun aus, wenn ich mich zur Ruhe begebe, da ich ſo müde bin?“

„Arme Schweſter!“ erwiderte Cephiſe mit einer Rührung,

bei welcher die verzerrgnde Spannung ihrer Züge verſchwand, „wenn ich daran denke, wie du, ohne mir ein Wort zu ſagen, trotz deinem Entſchluß, nie mehr zu deiner edelmüthigen Be⸗ ſchützerin zurückzukehren, dich zum Tode matt und ausgehun⸗ gert nach ihrer Wohnung geſchleppt haſt, um ſie für mich an⸗ zuſprechen, und wie dir auf den Elyſeyſchen Feldern die Kraft ausgegangen iſt — —!“

„Als es mir endlich gelang, zu ihrer Wohung zu kommen, war ſie leider abweſend — leider!“ ſagte widerholend die Mayeur mit einem ſchmerzlichen Blick auf Cephiſen; „denn Tages darauf, als du dieſen letzten Schritt fehlſchlagen ſahſt und, mehr an mich als an dich denkend, uns um jeden Preis Brod verſchaffen wollteſt — — —“ Sie konnte nicht ausſprechen und verbarg ſchaudernd ihr Geſicht in ihren änden. ephiſe ergänzte: „Nun da hab' ich mich verkauft wie ſo viele andere Unglückliche ſich verkaufen, wenn die Arbeit ihnen

nzu laut bellt. Der Unterſchied iſt nur: während me 6 Schande leben, ſterb' ich daran.“ ₰ 8

„Ah!“ rief die Mayeur, „dieſe ſchreckliche Schande, an der du ſtirbſt, weil du ein Herz haſt, — du würdeſt ſie nicht kennen gelernt haben, wenn ich das Fräulein angetroffen, oder wenn ſie meinen Brief, den ich bei ihrem Hausmeiſter ge⸗

ſchrieben, beantwortet hätte. Ihr Schweigen beweiſt mir, daß

ſie mit Recht durch mein plötzliches Weglaufen von ihr verletzt

iſt. Ich begreife, wie ſte es ſchwarzem Undank von meiner