Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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Doch wozu das Hin- und Herreden? Ich bin entſchloſſen und nichts in der Welt wird mich hindern, dem Ding ein Ende zu machen, da ſelbſt du von mir nichts weiter erlangt haſt als einen Aufſchub von einigen Tagen in der Hoffnung, die Cholera würde uns die Mühe erſparen. Dir zu Gefallen hab' ich eingewilligt. Die Cholera iſt gekommen, hat Alles im Hauſe umgebracht und uns übrig gelaſſen. Du ſiehſt, es iſt beſſer, man verrichtet ſeine Geſchäfte ſelber. Und was du auch ſagen magſt, du haſt eben ſo große Luſt, wie ich — — abzuſcheiden — — aus dem Leben.“

„Das iſt wahr,“ antwortete die Bucklige niedergeſchlagen. „Aber allein iſt man nur für ſich verantwortlich. Sterbe ich dagegen mit dir, ſo iſt es mir als wir ich mit an deinem Tode ſchuld.“

„Wäre es dir lieber, wenn ich für mich ſtürbe, und du für dich? — So iſt es luſtig,“ ſagte Cephiſe mit jener ver⸗ zweifelten Ironie, welche bei Todesgedanken häufiger iſt, als man glaubt.

„Ach, nein! nein!“ antwortete die Mayeur erſchrocken, „nicht allein. Ich will nicht allein ſterben.“

„Du ſiehſt alſo, wir thun wohl, uns nicht zu trennen. — — Und doch will mir zuweilen das Herz brechen bei dem Ge⸗ danken, daß du ſterben willſt, wie ich.“

„Eigenützige!“ erwiderte die Mayeur mit ſchmerzlichem Lächeln. „Welche Gründe habe ich, mehr als du das Leben zu lieben? Welche leere Stelle laß ich zurück?“

„Du biſt ein armer Märtyrer,“ ſagte Cephiſe. „Die Prie⸗ ſter ſprechen von Heiligen! Gibt es einen, der dir gleichkommt? 8 willſt du ſterben wie ich — wie ich, die ich ſtets

üſ g, keichtſinnig und ſtrüflich gelebt habe, wie du arbeit⸗

iſt und aufopfernd für Alles, was litt. Was

ſoll h ſu n Du ein Engel auf Erden, ſollſt ſo verzweif⸗

lungsvoll ſterben wie ich, die ich jetzt ſo tief herabgeſinten bin, wie ein Weib nur ſinken kann.“

„Sonderbar!“ ſagte die Buckelige nachſinnend. „Wir ſind von demſelben Punkt ausgegangen, habe entgegengeſetzte Wege verfolgt und ſind jetzt bei einem und demſelben Ziele ange⸗ langt. Für dich, arme Schweſter, die du noch vor wenigen Tagen ſo ſchön warſt, ſo blühend in Lebenskraft und toller ju⸗