zur Rettung desſelben Aigrigny, welcher ihn mit ſo ſchänd⸗ licher Heuchelei getäuſcht hatte.
Achtes Kapitel. Die Blutoegieß e
Der Steinbrecher lief mit ſeiner Bande auf Gabriel zu, welcher ihnen einige Schritte vom Gitter entgegen gegangen war. Mit Wuth im Blick rief er: „Wo iſt der Vergifter? Wir müſſen ihn haben?“
„Liebe Brüder,“ ſagte Gabriel mit ſeiner klangvollen
Stimme, „wer hat euch geſagt, daß er ein Vergifter wäre?
Wo ſind die Beweiſe? die Zeugen? die Vergifteten?
„Halt's Maul!“ rief der Steinbrecher. „Wir ſind hier nicht im Beichtſtuhl. Gebt uns unſern Mann heraus. Er muß daran glauben. Wo nicht, ſo haltet Ihr für ihn her.“
„Ja, ja!“ riefen mehre Stimmen.
„Sie verſtehn ſich mit einander!“
„Einen oder den Andern!“
„Hier bin ich,“ ſagte Gabriel, das Haupt erhebend und mit ergebungsvoller majeſtätiſcher Ruhe vortretend. „Ich oder er, das iſt euch einerlei. Ihr wollt Blut. Nehmt das meinige, und ich vergebe euch, denn ein unglückſeliger Wahnſinn ver⸗ wirrt euren Geiſt.“
Dieſe Worte Gabriels, ſein Muth, ſeine edle Haltung. die Schönheit ſeines Geſichts machten Eindruck auf einen Theil der Angreifer. Plötzlich rief eine Stimme: „He! da iſt ja der Vergifter! Hinter dem Gitter!“
„Wo? wo?“
„Seht, dort! da liegt er auf dem Boden.“
Auf dieſe Worte liefen die Menſchen, welche bisher in dem mittleren Gang der Kirche zwiſchen den Stühlen einen dichten Knäuel gebildet hatten, auseinander nach dem Chorgitter,
hinter welchem Aigrigny lag. Der Steinbrecher, die Lange


