Nach einigen Schritten ward er von Schrecken und Schmer⸗ zen ſo völlig übermannt, daß er taumelte, niederſank und be⸗ ſinnungslos auf die Platten des Fußbodens fiel.
In dieſem Augenblick fühlte Gabriel, der eine unglaubliche Kraft entwickelte, um die Thür zuzuhalten, wie dieſe endlich, durch einen furchtbaren Stoß erſchüttert, nachzugeben anfing. Er wandte den Kopf zurück, um zu ſehen, ob Aigrigny die Kirche verlaſſen habe. Zu ſeinem Entſetzen ſah er ihn einige Schritt vom Chor regungslos da liegen. Blitzſchnell ſprang er von der Thür weg nach dem Chor hin, hob den Jeſuiten auf und ſchleifte ihn in den Chor. Er verſchloß das Gitter in dem Augenblick, wo der Steinbrecher und ſeine Bande durch die eingeſtoßene Thür in die Kirche draugen. Die Arme, auf der Bruſt gekreuzt, erwartete Gabriel ruhig und unerſchrocken vor dem Gitter des Chors, die durch den unerwarteten Wi⸗ derſtand noch mehr gereizte Menge.
Als der Haufe in die Kirche ſtürmte, erhellten nur einige ſilberne Lampen ſchwach das Heiligthum, deſſen Abſeiten in völligem Dunkel lagen. Die Düſterheit, die Einſamkeit und die tiefe Stille in dieſem gewaltigen Bau machten einen ganz unerwarteten Eindruck auf die Raſenden. Das Geſchrei und die Drohungen erſtarben auf ihren Lippen. Es war, als fürchteten ſie, das Echo dieſer ſchwarzen Gewölbe wachzuru⸗ fen, von welchen eine eiskalte Feuchtigkeit eiskalt und blei⸗ ſchwer auf ihre Stirnen und Schultern herabſiel. Ueberlie⸗ ferung, Gewohnheit und Jugenderinnerungen thaten ihre Wir⸗ kung. Einige von den Genoſſen des Steinbrechers entblöß⸗ ten, ſo wie ſie eingetreten waren, ihre Häupter, ſenkten ſie, traten leiſe auf, um kein Geräuſch zu machen, und flüſterten ſich ſcheu einige Worte einander zu. Andere ſahen ſcheu zu dem Gewölb hinauf nach den höchſten Bogen des rieſenhaf⸗ ten Schiffs, und erſchraken faſt, als ſie ſich ſo klein ſahen in dieſer finſtern Unermeßlichkeit.
Indeß das erſte Scherzwort, mit welchem der Steinbrecher das ehrfurchtsvolle Schweigen brach, zerſtreute dieſe Gefühle. „Tauſend Donnerwetter!“ rief er. „Schöpfen wir denn Athem, um die Vesper zu ſingen? Ja, wenn Wein im Weihkeſſel wäre, da ließ ich mir's gefallen“,
Wildes Gelächter von Einzelen ſwar die auf


