Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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den Vergifter todt! an ihn herandrängte, ihn von allen Seiten einſchloß. Er wich Schritt für Schritt zurück und ſuchte die Schläge, welche man gegen ihn führte, abzuweh⸗ ren. In dieſem gefahrvollen Augenblick fand er die Eigen⸗ ſchaften des Kriegsmanns in ſich wieder. Mit Geiſtesgegen⸗ wart, Gewandtheit und Muth erhielt er ſich auf den Füßen. An dem Beiſpiel Goliaths hatte er geſehen, daß fallen hier ſo gut war, wie todt ſein. Obwohl er kaum hoffen konnte, von einem Helfer gehört zu werden, rief er doch aus Lei⸗ beskräften um Hülfe. Zurückweichend, manöverirte er ſo, daß er ſich einer der Seitenmauern der Kirche näherte. End⸗ lich gelang es ihm, ſich mit beiden Schultern an die Schen⸗ kel eines Winkels anzulehnen, welchen ein Pfeiler dicht ne⸗ ben einem Pförtchen mit der Wand bildete In dieſer Stel⸗ lung war er vor einem Theil der gegen ihn gerichteten An⸗ griffe gedeckt. Der Steinbrecher wollte ihm das letzte Ret⸗ tungsmittel rauben. Er ſtürzte ſich auf ihn, um ihn zu packen und in die Mitte des Kreiſes zu ziehen, wo er todt getreten worden wäre. Die Todesangſt verlieh dem Zeſuiten eine ungewöhnliche Kraft. Er ſtieß den Steinbrecher nach⸗ drücklich zurück und blieb, wie eingekeilt, in ſeiner Ecke ſtehen. Der Widerſtand des Schlachtopfers verdoppelte die Wuth der Angreifer. Das Mordgeſchrei erſcholl mit neuer Hef- tigkeit. Abermals warf ſich der Steinbrecher auf ihn unter dem Ruf: „Herbei, Freunde! Das dauert zu lang! Wir müſſen ihn fertig machen!“ Aigrigny hielt ſich für verloren. Erſchöpft, fühlte er ſich einer Ohnmacht nahe. Es wurde ihm ſchwarz vor den Augen, und er hörte nur halb das Ge⸗ heul der Wüthenden. Die Wirkung mehrer heftigen Schläge, die er auf den Kopf und auf die Bruſt empfangen hatte, zeigte ſich in einem blutigen Schaum, der mehrmals auf ſeine Lippen trat. „Unter den Schlägen dieſer Beſtien ſterben, nachdem ich im Krieg ſo oft dem Tod entgangen bin!“ dachte der ehemalige Huſarenoberſt, als der Steinbrecher wieder auf ihn los ſtürzte.

In dem Augenblick, wo der Abbé zum letzten Mal jam⸗ mernd um Hülfe rief. ging plötzlich das Pförtchen neben ihm auf. Eine Hand faßte ihn und zog ihn in die Kirche. Der

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