Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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Wer ſchaudert nun nicht bei dem Gedanken, daß in einer Zeit der Aufregung ein einziges von einem vielleicht redlichen Menſchen ohne Haß ausgeſprochenes unüberlegtes Wort eine ſo gräßliche Mordthat veranlaſſen kann! Der Gaſt in dem Wirthshaus in der Manggaſſe hatte geſagt: Das iſt viel⸗ leicht ein Vergifter! Und darauf hin war Goliath ohne Barmherzigkeit ermordet worden. Wie dringend nöthig iſt es alſo, Unterricht und Aufklärung in die unterſten Schichten der Maſſen dringen zu laſſen und damit viele arme Menſchen in Stand zu ſetzen, ſich dummer Vorurtheile, und verderb⸗ lichen Aberglaubens, die leicht zu unverſöhnlicher Wuth führen, zu erwehren! Wie kann man ruhige Ueberlegung, Selbſtbeherrſchung und Sinn für Gerechtigkeit erwarten von Menſchen, die man ſich ſelbſt überläßt, ſo daß ſie durch Un⸗ wiſſenheit thieriſch, durch Elend ſchlecht, durch Leiden grimmig werden, und um welche die Geſellſchaft ſich erſt bekümmert, wenn ſie auf die Galeeren geſchmiedet oder für den Sarf⸗ richter geknebelt werden ſollen?

Der Angſtſchrei, durch welchen Morok erſchreckt wurde, war von Aigrigny iuseſoßen als der Steinbrecher Hand an ihn legte und rief: „Lange Zwiebel, mache den da fertig;

ich will ven hier anfangen!“

Siebentes Kapitel. e

Es war faſt völlig Nacht, als die verſtümmelte Leiche Go⸗ iaths in die Seine geworfen wurde. Die fluthende, Bewe⸗ gung der Volksmenge hatte die von dem Steinbrecher ange⸗ führte Gruppe bis in die Gaſſe längs der linken Seite der Kirche gedrängt. Aigrigny hatte ſich abermals von dem

Steinbrecher losgearbeitet, konnte aber darum doch nicht ent⸗

fliehen, weil die Menge, welche ſich unter dem Ruf: Schlägt