krampfhafte Bewegungen Morok und ein anderer Gaſt kaum bemeiſtern konnten.
Bei dieſem Anblick that Cephiſe in einer erſten Regung des Entſetzens, von ihrer Liebe hingeriſſen, was ſie ſonſt vft in der Trunkenheit der Wonne gethan hatte. Anſtatt mit einem langen Umweg eine koſtbare Zeit zu verlieren, ſprang ſie behend auf den Tiſch, bewegte ſich ſicheren Schrittes zwi⸗ ſchen den Flaſchen und Tellern hindurch und war in einem Satz neben Liegganznackt. Ohne den Thierbändiger zu be⸗ merken, fiel ſie ihrem Geliebten um den Hals und rief: „Jakob! Jakob! — Ich bin es, Cephiſe.“
Liegganznackt ſchien dieſen aus der Seele hervordringenden Schrei der bekannten Stimme zu vernehmen. Er drehte den Kopf nach der Königin Bacchanal hin, ohne die Augen zu öffnen, und ſtieß einen tiefen Seufzer aus. Allmählig wur⸗ den ſeine ſtarren Glieder biegſamer, ein leichtes Zittern trat an die Stelle der Zuckungen, und nach einigen Augenblicken hoben ſich ſeine ſchweren Augenlieder mit Mühe in die Höhe und ließen ſeinen matten, irren Blick ſehen.
Stumm und überraſcht empfanden die Zuſchauer dieſes Auftritts eine unruhige Neugier.
Cephiſe kniete vor ihrem Geliebten, bedeckte ſeine Hand mit Küſſen und Thränen und rief mit einer von Schluchzen unterbrochenen Stimme: „Jakob! ich bin's — Cephiſe. — Ich habe dich wieder gefunden. — Es iſt nicht meine Schuld, wenn ich dich verlaſſen habe. — Verzeihe mir.“
„Unglücksweib!“ rief Morok, aufgebracht über das Er⸗ ſcheinen Cephiſens, welches vielleicht ſeine Anſchläge verder⸗ ben konnte. „Wollen Sie ihn denn umbringen? In dieſem Zuſtand kann eine ſolche Gemüthsbewegung ſeinen Tod her⸗ beiführen. Gehn Sie weg.“ Und er packte das Mädchen am Arm, während Jakob, wie aus einem böſen Traum er⸗ wachend, anfing zu erkennen, was um ihn her vorging. 32
Erſt, da ſie ihn ſprechen hörte, erkannte Cephiſe den Thier⸗ bändiger wieder. „Sie ſind es?“ rief ſie betreten. „Sie, der mich von Jakob getrennt hat? — —“
Sie unterbrach ihre Anrede, da ſie bemerkte, wie der um⸗ wölkte Blick Jakobs, indem er auf ihr ruhte, ſich zu beleben ſchien, und da ſie ihn murmeln hörte: „Du biſt's, Ce⸗


