ſteif. Alle ſeine Glieder wurden von ſtoßweiſen Zuckungen zuſammengekrümmt. Er verlor faſt die Beſinnung.
„Jakob! — mein Junge! — das hat nichts zu bedeuten,“ rief Morok mit teufliſcher Freude im Blick. Er ſetzte die Flaſche auf den Tiſch und ſtand auf, um dem Nini Moulin zu helfen, der ſich vergebens bemühte, den Unglücklichen feſtzuhalten.
Dieſe plötzlichen Krämpfe ließen keineswegs auf die Cho⸗ lera ſchließen. Dennoch kam ein plötzlicher Schrecken über die Anweſenden. Eins der Mädchen bekam einen heftigen Nervenanfall, und eine andere fiel unter durchdringendem Geſchrei in Ohnmacht.
Nini Muulin ließ Jakob in den Händen Morok's und lief nach der Thür, um Hülfe zu holen. Plötzlich ging die Thür auf. Verblüfft trat der religiöſe Schriftſteller zurück beim Anblick der unerwarteten Perſon, die herein kam.
Fünftes Kapitel.
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Die Perſon, vor welcher Nini Moulin mit ſo großem Er— ſtaunen ſtehen blieb, war die Königin Bacchanal.
Mit matter, bleicher Farbe, unordentlichem Haar, hohlen Wangen, eingeſunkenen Augen, faſt in Lumpen gehüllt, war dieſe einſtmalige glanzvolle, fröhliche Heldin ſo vieler tollen Gelage nur noch ein Schatten von ihrem früheren Selbſt. Elend und Schmerz hatten alle Blüthen von dieſem einſt ſo reizenden Weſen abgeſtreift.
Kaum war ſie in den Saal eingetreten, ſo blieb ſie ſtehen. Ihr düſterer, unruhiger Blick ſuchte das Halbdunkel des Sag⸗ les zu durchdringen, um den zu finden, nach welchem ſie ſpähte. Plötzlich erbebte ſie und ſtieß einen lauten Schrei aus. Sie hatte auf der andern Seite der langen Tafel im bläulichen Schein des Punſches ihren Jakob bemerkt, deſſen
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