Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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„Commandirt, Alter!“ unterbrach Jakob, „oder ich com⸗ mandire ſelber.“

„Gemach, meine Herren!“ erwiderte Nini Moulin. „Wir wollen unſer Amt verſehen; erſt aber wollen wir unterſuchen, ob die Waffen gleich ſind. Vor allen Dingen Gleichheit der Waffen!“

Während dieſer Vorbereitungen herrſchte tiefes Schweigen im Saal. Der Muth der meiſten Anweſenden, einen Augen⸗ blick aufgerichtet durch die Ankunft des Punſches, ſank wieder unter der Laſt trauriger Vorgefühle. Man ahnte die Gefahr der von Morok an Jakob ergangenen Herausforderung. Dieſer Eindruck verbunden mit den traurigen Gedanken, welche das Geſpräch von dem Sarg erweckt hatte, verdüſterte mehr oder weniger die Mienen. Einige der Gäſte hielten ſich noch gut, aber ihre Heiterkeit ſah erzwungen aus.

Unter gewiſſen Umſtänden bringen oft die kleinſten Dinge große Wirkungen hervor. Wir haben geſagt, daß es nach Sonnenuntergang in einem Theil dieſes großen Saales dunkel geworden war. Die am hinteren Ende desſelben ſitzenden Gäſte empfingen ihr Licht jetzt bloß noch von dem flammen⸗ den Punſch. Dieſe Spiritusflamme wirft bekanntlich auf die Geſichter einen bleichen bläulichen Schein. Es war ſonach ein ſeltſamer, faſt erſchreckender Anblick, die von den Fenſtern entfernt ſitzenden Gäſte von dieſem phantaſtiſchen Schein er⸗ hellt zu ſehen. Dem Maler fiel am meiſten dieſer Licht⸗ effeet auf. Er rief: „Betrachten wir uns doch einmal ein⸗ ander. Iſt es nicht als zechten wir unter uns Cholerabrü⸗ dern, ſo grünlich und bläulich ſitzen wir da?“

Dieſer Witz fand keinen ſonderlichen Anklang. Die tö⸗ nende Stimme Nini Moulins zerſtreute einen Augenblick die trübe Stimmung. Mit mehr Unruhe und Angſt, als er merken ließ, rief der religiöſe Schriftſteller: „Der Kampf geht los! — Seid ihr bereit, wackere Kämpen?“

„Wir ſind bereit,“ antwortete Morok und Jakob.

„Stoßt an! — Setzt an! — Los!“ rief Nini Moulin,

in die Hände klatſchend.

Die beiden Trinker leerten in einem Zug ein gewöhnli- ches Glas voll Brandwein. Morok verzog keine Miene ſeines ſtarren Geſichts. Mit feſter Hand ſtieß er ſein Glas auf