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„Meine Herren,“ fuhr Nini Moulin begeiſtert fort, „ſollen wir fühllos bleiben bei dem edlen Beiſpiel, welches Herr Cholera morbus uns gibt. Er hat ſtolz geſagt: Cognac! antworten wir ihm mit Glanz: Punſch!
„Ja! ja! Punſch!“
„Punſch um die Wette!“
„Kellner!“ ſchrie der religiöſe Schriftſteller mit einer Sen⸗ torſtimme, „Kellner! Haben Sie hier ein Becken, einen Keſſel, eine Bütte, irgend eine Unermeßlichkeit, um darin einen Monſterpunſch zu brauen?“
„Einen babyloniſchen Punſch!“
„Einen Punſchſee!“
„Einen Punſchocean!“
Auf dies hochtrabende Crescendo, welches dem Vorſchlag Nini Moulins folgte, antwortete der Kellner mit triumphiren⸗ der Miene: „Verehrter Herr, wir haben gerade einen friſch verzinnten kupfernen Fleiſchtopf, der noch nicht gebraucht worden iſt. Er hält wenigſtens dreißig Flaſchen.“
„Bringt den Fleiſchtopf!“ ſagte Nini Moulin majeſtätiſch.
„Es lebe der Fleiſchtopf!“ rief man im Chor.
„Thut hinein zwanzi] Flaſchen Kirſchengeiſt, ſechs Zucker⸗ hüte, zwölf Citronen, ein Pfund Zimmet und Feuer — — Feuer ringsum! — — Feuer!“ gebot der religiöſe Schrift⸗ ſteller mit unmenſchlichem Geſchrei.
„Ja! ja! Feuer ringsum!“ wiederholte der Chor.
Der Vorſchlag Nini Moulins gab der allgemeinen Fröhlich⸗ keit einen neuen Anſtoß. Die tollſten Reden wurden gewechſelt und vermiſchten ſich mit dem ſanften Geräuſch der Küſſe, welche geraubt und gegeben wurden unter dem Vorwand, daß man vielleicht kein Morgen zu hoffen habe, daß man ſich darein ergeben müſſe u. ſ. w. u. ſ. w.
In einem der ſtillen Augenblicke, welche zuweilen beim größten Lärm eintreten, vernahm man plötzlich mehre dumpfe abgemeſſene Schläge über dem Feſtſaal. Jedermann ſchwieg und horchte.


