Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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„Zu einem Zweikampf,“ antwortete Jakob kalt und ent⸗ ſchloſſen.

„Ein Zweikampf?“ wiederholten die Gäſte überraſcht.

„Ja, ein Zweikampf auf Cognac,“ erwiderte Jakob. — „Du ſagſt, es wäre ſo viel Gefahr, ſich vor eine Flaſche Schnaps zu ſetzen, wie, ſich vor die Mündung einer geladenen Piſtole zu ſtellen. Nehme jeder von uns beiden eine volle Flaſche; wir wollen ſehen, wer zurückweicht.“

Dieſer ſeltſame Vorſchlag Liegganznackts ward von Einigen mit Freudengeſchrei aufgenommen, von Andern mit ernſtlicher Unruhe. Die erſteren riefen: „Bravo, die Kämpfer von der Flaſche!“ — „Nein, nein!“ entgegneten die andern, „bei einem ſolchen Kampf wäre die Gefahr zu groß.“ — Einer äußerte: „Dieſer Zweikampf iſt in jetziger Zeit eben ſo ernſt⸗ haft, wie ein Zweikampf auf Leben und Tod.“

„Hörſt du?“ ſagte Morok mit teufliſchem Lächeln. „Jetzt beſinne dich, ob du vor der Gefahr zurückweichen willſt.“

Bei dieſen Worten und der durch ſie erweckten Erinnerung an die Gefahr, welcher er ſich auszuſetzen im Begriff ſtand, erbebte Jakob. Dann, als ob ihm ein plötzlicher Gedanke gekommen ſei, richtete er ſtolz den Kopf empor. Seine Wangen waren ſchwach geröthet. Sein mattes Auge erglänzte von einer gewiſſen Freude, bei der es dem Zuſchauer unheimlich ward, und mit feſter Stimme rief er: „Zum Teufel, Kellner! biſt du taub? Hab' ich nicht zwei Flaſchen Brandwein beſtellt?“

„Den Augenblick,“ ſagte der Kellner und ging hinaus, faſt erſchrocken über den bevorſtehenden bacchiſchen Kampf. Die Mehrheit der Gäſte gab dem tollkühnen Entſchluß Jakobs Beifall. Nini Muulin wiegte ſich auf ſeinem Stuhl, trappelte mit den Füßen, und ſchrie aus Leibeskräften: „Bacchus und mein Durſt! Mein Glas und meine Flaſche! Die Kehlen ſind offen! Cognac um die Wette! Nicht ge⸗ knauſert!“

Und wie ein wahrer Turnierritter küßte er Fräulein Modeſta und ſagte zur Entſchuldigung der genommenen Freiheit: Liebe, Ihr ſollt die Königin der Schönheit ſein. Ich erlaube mir, das Glück des Siegers zu ſchmecken.“

„Cognac um die Wette!“ hallte es nach im Chor. „Nicht geknauſert!“

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