Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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und plötzlich nach einer grauſigen Fratze ſtirbt man. Was iſt nun dabei? Was will das ſagen?“ „Das will ſagen,“ ſprach ein als Römer aus der Schule

Davids verkleideter berühmter romantiſcher Maler Idaß die Pholera eine erbärmliche Coloriſtin iſt, denn ihe Silette hat

nur einen Ton, einen bösartigen grünlichen. Sicher hat ſie bei dem langweiligen Jacobus ſtudirt, dem König der klaſſiſchen Maler, einer Peſt anderer Art.“

„Indeß, Meiſter,“ bemerkte ehrerbietig ein Schüler des großen Malers, „ich habe Cholerakranke geſehen, deren Krämpfe Tournure hatten, und deren Todeskampfe es nicht an Schick fehlte.“ S 62

„Meine Herren,“ rief ein ruhmgekrönter Bildhauer, „faſſen wir die Lehre zuſammen. Die Cholera iſt eine abſcheuliche Colvriſtin, aber eine kapitale Zeichnerin. Sie ſtelkt euch das Knochengerüſt hin, daß neben ihr Michel Angelo nur ein Schüler iſt.“ 5

„Zugegeben!“ rief es im Chor. „Die Cholera geringe Coloriſtin, aber eine kapitale Zeichnerin.“

„Uebrigens, meine Herren,“ nahm Nini Moulin mit komiſcher Gravität das Wort, „in dieſer Plage liegt eine ver⸗ teufelte Lehre von Oben, wie der große Boſſuet ſagen würde.“

„Die Lehre! die Lehre!“

„Meine Herren, es iſt mir, als vernähme ich eine Stimme aus der Höhe, die uns zuriefe: Trinkt vom Beßten. Leert euren Beutel und küßt das Weib eures Nächſten. Denn eure Stunden ſind vielleicht gezählt — — ihr Unglücklichen!“

Nach dieſen Worten benutzte der orthodore Silen einen Augenblick der Zerſtreuung bei ſeiner Nachbarin Mamſell Modeſta, um auf die blühende Wange der Liebe einen tüchtigen Schmatz zu drücken. Das Beiſpiel ſteckte an, und der helle Laut der Küſſe miſchte ſich unter das Gelächter.

„Schockſchwernoth!“ ſchrie der große Maler ſcherzhaft den Schriftſteller an. „Dankt Gott, daß vielleicht morgen die Welt untergeht, ſonſt würd' ich Euch etwas erzählen dafür, daß ihr die Liebe geküßt habt, welche mein Liebchen iſt.“

„Und das beweiſt Euch, o Rubens, o Rafael, der Ihr ſeid,

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weſentlich geſellig und liebkoſend.“

die tauſenderlei Vorzüge der Cholera. Ich erkläre ſie für

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