Narrheit gekleidete Mädchen Namens Mariette. Neben dieſer machte Nini Myulin ſich breit, wie ein Prälat, mit ſeinem majeſtätiſchen Wanſt und that oft, als ſuchte er ſeine Serviette unter dem Tiſch, um ſeiner andern Nachbarin, Mamſell Modeſta, welche die Liebe vorſtellte, die Knie zu drücken.
Die Meiſten unter den Gäſten hatten ihre Plätze nach ihrem Wohlgefallen eingenommen, Jeder bei ſeiner Jedes⸗ maligen, und die Ledigen, wo ſie konnten. Man war beim zweiten Gericht. Die Vortrefflichkeit der Weine, die Vorzüglichkeit der Speiſen, die Späße und die Seltſamkeit der Lage hatte die Gemüther ungewöhnlich aufgeregt, wie der folgende Auftritt zeigt.
Drittes Kapitel. Der Zweika mn p fi 6
Zwei oder drei Mal war einer der Kellner gekommen und hatte unbemerkt von den Gäſten leiſe mit ſeinen Kameraden geſprochen, indem er mit ausdrucksvoller Gebärde nach der Decke des Speiſeſaals deutete. Die andern Kellner hatten ſeine Bemerkungen nicht berückſichtigt, vermuthlich um nicht die Gäſte zu ſtören, deren Luſtigkeit immer mehr zuzu⸗ nehmen ſchien.
„Wer mag jetzt noch zweifeln an der Vortrefflichkeit unſerer Weiſe, die unverſchämte Cholera zu behandeln?“ rief ein prächtiger türkiſcher Seiltänzer, einer der Fahnenträger bei der Mummerei. „Hat ſie gewagt, unſere heilige Schaar anzugreifen?“
„Das iſt das ganze Geheimniß,“ ſagte ein Anderer. „Lacht ihr ins Geſicht, und ſie kehrt euch den Rücken.“
„Sie ſieht wohl, daß ſie ein einfältiges Ding iſt,“ ſagte eine hübſche kleine Pierrette, ihr Glas hinunterſtürzend.
„Du haſt Recht, Chouchour,“ ſagte der Pierrot der Pier⸗ rette, „ein erzdummes Ding iſt ſie. Man genießt das Leben,
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