Teil eines Werkes 
8. Band (1844)
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begeiſtert, welcher bei den Einen die Todesfurcht zum wahn⸗ ſinnigſten Schrecken ſteigert, und bei andern die Lebensver⸗ achtung ſich in dem keckſten Trotz äußern läßt.

Unbekümmert um das Lob oder den Tadel, welchen er verdienen könnte, kam der Mummenſchanz an das Thor des Gaſtwirths und zog unter allgemeinem Zuruf durch daſſelbe ein. Alles ſchien ſich zu vereinigen, um dieſen wunderlichen Einfall durch die ſonderbarſten Gegenſätze recht wunderlich zu machen. Das Wirthshaus, wo das Gelag ſtattfinden ſollte, lag ganz in der Nähe der uralten Hauptkirche und des un⸗ heimlichen Hoſpitals. Die geiſtlichen Geſänge aus dem Gottes⸗ haus, die Schreie der Sterbenden und die Trinklieder derZechen⸗ den ſollten mit einander abwechſeln und einander übertönen.

Die Masken ſtiegen ab und verfügten ſich zu dem bereit ſtehenden Mahl.

Die Theilnehmer an dem Maskenzug tafeln in einem großen Saal des Speiſehauſes. Sie ſind luſtig und lärmend, aber ihre Luſtigkeit hat ein eignes Gepräge. Zuweilen erinnern ſich die Entſchloſſenſten, daß ſie bei dieſem tollkühnen Kampf gegen die Plage ihr Leben aufs Spiel ſetzen. Dieſer un⸗ heimliche Gedanke durchzuckt ſie nur einen Augenblick, wie ein flüchtiger Fieberſchauer, und kaum ſecundenlang dauert das plötzliche Schweigen, welcher ihn verräth. Er wird ver⸗ geſſen in dem neuen Ausbruch fröhlichen Lärms, indem jeder

ſich ſagt: Keine Schwäche! mein Freund, meine Freundin ſag

ſehen mich. — Und jeder lacht und zecht, daß es eine Art hat, duzt ſeinen Nachbar und trinkt vorzugsweiſe aus dem Glas ſeiner Nachbarin.

Liegganznackt hatte die Maske und die Perüke des Cholera morbus abgelegt. Die Magerkeit ſeiner bleifarbigen Züge und das düſtere Feuer ſeiner hohlen Augen verriethen den ſteten Fortſchritt der langſamen Krankheit, welche den Un⸗ glücklichen verzehrte. Durch ſeine Ausſchweifungen völlig er⸗ ſchöpft, fühlte er ein langſam glimmendes Feuer in ſeinen

Eeingeweiden. Aber er verbarg ſeine Schmerzen unter einem

erkünſtelten krampfhaften Lächeln. Links von Jakob ſaß Morok, deſſen verderbliche Herrſchaft über ihn immer größer wurde, und rechts von ihm das als