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licher Tritt in der Nacht ihre ſchauerliche Stille zu ſtören wagte — ſie waren plötzlich belebt, geräuſchvoll, lärmend geworden und hell erleuchtet. Beim Scheine dampfender Fackeln, die eine röthliche Helle auf die ſchwarzen Tannen und die weißen Leichenſteine warfen, ſchaufelten zahlreiche Todtengräber, munter ihre Liedchen ſummend. Dies gefähr⸗ liche und ſchwere Geſchäft ward damals faſt mit Gold bezahlt. Man brauchte dieſe guten Leute ſo nöthig, daß man ihnen etwas hingehen laſſen mußte. Sie tranken oft und viel, ſie ſangen ſtets und laut, und zwar um ſich bei Kraft und guter Laune zu erhalten, die bei einer ſolchen Arbeit ſehr zu ſtatten kommen. Wenn etwa einer oder der andere ſein angefangenes Grab nicht fertig brachte, dann machten gefällige Kameraden dasſelbe für ihn fertig und legten ihn freundſchaftlich hinein. Den fröhlichen Liedern der Todtengräber antwortete anderer Singſang aus der Ferne. In der Umgebung der Kirchhöfe waren in der Geſchwindigkeit Wirthshäuſer entſtanden, wo die Todtenkutſcher, bereichert durch einen außerordentlichen Lohn, ſobald ſie ihre Kunden am Oyt ihrer Beſtim⸗ mung abgeſetzt hatten, (wie ſie witzig ſagten,) wie große Herren ſchmauſten und ſich die Gingel ſchwenkten. Oft wur⸗ . den ſie von der Morgenröthe überraſcht mit dem Glas in der Hand. Wunderlich genug war unter dieſen ſorgern, die ſo recht in der Seuche drin lebten, die Sterb⸗ lichkeit für nichts zu rechnen.
In den düſteren, ſchmutzigen Quartieren, wo in einer un⸗ geſunden Luft tauſende von beſitzloſen Menſchen, bereits durch die härteſten Entbehrungen erſchöpft, und wie man damals mit einem Kraftausdruck ſagte: ganz der Cholera vorgekaut, wohnten, wurden nicht Einzele, ſondern ganze Familien in Lauf weniger Stunden weggeholt. Zuweilen blieben ein paar Kinder, durch Gottes Gnade verſchont, in dem kalten ver⸗ fallenen Zimmer übrig, nachdem Eltern und Geſchwiſter im Sarg fortgetragen worden waren. Mehre von dieſen Häuſern, dieſen Bienenkörben teißiger Arbeiter, wurden ge⸗ ſchloſſen, da ſie vom Keller, wo kleine Schornſteinftger auf dem Stroh zu ſchlafen pflegten, bis zu den D Dachteei wo hakt⸗
nackte, bleiche Unglückliche Arbeit und Brod ſtarr auf dein kalten ſteinernen Fußboden kagen, völlig aus waren
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