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ſchichteten Särgen. Sie hielten vor jeder Wohnung an, an deren Thür grau und ſchwarz gekleidete Männer warteten und die Arme ausſtreckten. Den Einen reichte man einen Sarg hin, Andern zwei, oft drei und vier an einem und demſelben Haus, ſo daß zuweilen der Vorrath ſchnell erſchöpft
war, und der voll angekommene Karren leer wieder abging,
und viele Todte in der Straße unbedient blieben.
Faſt in allen Häuſern hörte man von oben bis unten ein betäubendes Klopfen. Es wurden Särge zugenagelt, und ſo viele, daß zuweilen die Arbeiter ermüdet inne hielten. Dann erſchollen alle Arten von Schmerzensſchreien, von klagendem Geſeufze und von verzweiflungsvollen Flüchen. Sie kamen von Denen, welchen die grauen und ſchwarzen Männer jemand genommen hatten, um die Särge zu füllen. Unab⸗ läſſig wurden die Särge gefüllt und Tag und Nacht wurden ſie zugenagelt, mehr bei Tag als bei Nacht. Mit einbrechen⸗ der Dämmerung erſchien in Ermangelung einer hinreichenden Zahl von Leichenwagen eine lange Reihe von ſonſtigen Fuhr⸗ werken, welche dieſen Dienſt verſehen mußten: Sturzkarren, Möbelwagen, Rollwagen, Miethkutſchen. Wie die obenge— nannten Karren beladen kamen und leer abgingen, ſo kamen dieſe Fuhrwerke leer an und gingen beladen ab.
Unterdeſſen ward es hell hinter den Fenſtern und oft brannten die Lichter bis zum Tag. Die Zeit der Bälle war vorüber; aber dieſe Helle glich ziemlich der in den tollen Faſchingsnächten, nur daß geweihte Kerzen anſtatt der ge⸗ wöhnlichen Wachslichter brannten, und der einförmige Todten⸗ geſang ſich anſtatt des luſtigen Geſummes der Tänze hören ließ. Und in den Straßen wiegten ſich anſtatt der poſſen⸗ haften Transparente der Ausleiher von Maskenkleidern hin und wieder blutrothe Laternen, auf welchen in ſchwarzen Vuchſtaben zu leſen war: Hülfe für die Cholerakranken. Wo es hoch herging in der Nacht, das war auf den Kirch⸗ höfen. Sie hatten ihre gute Zeit. Sie, ſonſt immer ſo düſter, ſo ſtumm in dieſen ſtillen nächtlichen Stuünden, wo man das leichte Zittern der vom Lufthauch bewegten Cypreſſen vernimmt, ſie, die ſonſt nur ein wenig heiterer wurden in den auf dem Marmor der Grabmäler ſpielenden bleichen
Strahlen des Mondes, ſie, ſonſt ſo einſam, daß kein menſch⸗
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